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Der kundenfreundliche Öffentliche Verkehr von morgen

Der VCD will den Kunden zum König in Bus und Bahn machen

Als König verkleideter Fahrgast sitzt zwischen zwei älteren Damen auf Sitzbank am Bahnhof.

Foto: M. Gloger

Einige Städte wie Freiburg und Karlsruhe sind bereits auf dem richtigen Weg. Moderne Bahnen fahren dort im dichten Takt, zum Teil bis in das Umland. Doch bis der Kunde wirklich überall als König behandelt wird, ist es noch ein weiter Weg. Einige große und viele kleine Dinge müssen verbessert werden. Ein paar Beispiele:

Verständlichkeit

Wie der Öffentliche Verkehr funktioniert, wo man ihn findet und wie man ihn nutzt soll jeder Mensch nur einmal im Leben lernen müssen, genauso wie man einmal den Führerschein macht. Fahrscheinautomaten, Fahrpläne, Wegweiser und andere Hilfsmittel müssen für jeden ohne langes Studieren leicht zu verstehen sein. Ein überschaubares Tarifsystem mit attraktiven Angeboten beseitigt eine zentrale Hürde für die Nutzung des ÖPNV. Der Fahrgast muss sich darauf verlassen können, dass alle wesentlichen Elemente des Öffentlichen Verkehrs überall gleich sind, egal ob er in Kiel, Potsdam oder Rosenheim Bus und Bahn fährt. Verkehrszeichen sind auch nicht von Stadt zu Stadt verschieden.

Fahrgastinformation

Eine gute Information der Fahrgäste beginnt nicht erst an der Haltestelle oder am Verkaufsschalter. Die zukünftigen Kunden der Verkehrsunternehmen wollen „an der Haustür abgeholt werden”. Per Telefon oder Computer müssen alle wichtigen Informationen zum Angebot einfach und schnell zu erhalten sein (Fahrzeiten, Preise, Serviceleistungen u. ä.). Übersichtspläne und Abfahrtstafeln nahegelegener Haltestellen sollen in allen öffentlichen und in wichtigen privaten Einrichtungen mit Publikumsverkehr aushängen (Ämter, Kinos, Hotels, Gaststätten, Sporteinrichtungen usw.). Während der Reise werden die Fahrgäste aktuell über Umsteigeverbindungen, zusätzliche Dienstleistungen (z. B. Gepäckservice) und eventuelle Störungen informiert.

Fahrgastservice

Moderne Niederflurbusse und -straßenbahnen, Leichttriebwagen und Doppelstockzüge haben vielerorts für Aufsehen gesorgt und dem Öffentlichen Verkehr neuen Glanz beschert. Das Ein- und Aussteigen gerät nicht mehr zur sportlichen Übung, sondern ist auch für Eltern mit Kinderwagen, Menschen im Rollstuhl und für Ältere bequem allein zu schaffen. Ausreichender Platz fürs Gepäck und komfortable Sitze tragen zum Wohlbefinden der Kunden bei. Kundenfreundliche Haltestellen und Bahnhöfe zeichnen sich durch kurze Wege, ebenerdige Zugänge, ein attraktives Umfeld, Schutz bei schlechter Witterung sowie das Vorhandensein weiterer Serviceeinrichtungen aus (Läden, Telefon, Briefkasten usw.).

Sicherheit

Ein Aspekt, dem aus der Sicht vieler Fahrgäste eine hohe Bedeutung zukommt, ist die subjektiv empfundene Sicherheit. Gut beleuchtete Haltestellen und Zugangswege, belebte Fahrzeuge und Bahnhöfe, ansprechbares Personal und Angebote wie Taxi-Ruf-Service oder Ausstiegsmöglichkeit auf Anforderung zwischen den Haltestellen tragen dazu bei, dass sich die Kunden in Bussen und Bahnen sicher fühlen.

Kurze Reisezeiten

Ein dichtes Netz von Haltestellen, häufige Abfahrtszeiten, schnelle Umsteigemöglichkeiten an Knotenpunkten, separate Spuren für Busse und Straßenbahnen mit Ampelvorrangschaltung an allen Kreuzungen sowie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit tragen zu kurzen „Tür zu Tür”-Reisezeiten bei. Lange Wartezeiten und Angebotslücken sind den Kunden nicht zumutbar.

Freizeitverkehr

Im Freizeit- und Urlaubsverkehr besteht noch ein großer Nachholbedarf für den Öffentlichen Verkehr. Beispielsweise kann die Anreise der Gäste in Urlaubsorte durch einen Abholservice vom Bahnhof und kostenlosen Gepäcktransport bis zur Unterkunft erleichtert werden. Ausleihmöglichkeit für Fahrräder, Mietwagen und Sportgeräte sowie eine gute Beratung über bestehende Angebote bereits bei der Reiseplanung können für viele Menschen ein Anreiz sein, das eigene Auto zu Hause stehen zu lassen. Natürlich vorausgesetzt, dass viele Freizeitziele und Urlaubsregionen besser vom Öffentlichen Verkehr erschlossen werden als dies heute oft noch der Fall ist.

Wir wollen in Politik, Verwaltung und Verkehrsbetrieben durchsetzen, dass KUNDENSERVICE groß geschrieben wird. Engagement für den Kunden soll belohnt werden und die Nachahmung durch Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit gefördert werden.

Hier finden Sie die Überlegungen des VCD zu einem kundenfreundlichen Nahverkehr zum Download (pdf, 110 KB)

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