Die VCD Auto-Umweltliste 2004/2005
Alles ist möglich: Toyota Prius landet auf Platz Eins
Die deutschen Autohersteller hinken bei dem Partikelfilter um Jahre hinter der Konkurrenz aus Frankreich her, beim Hybrid-Antrieb lassen sie trotz beträchtlicher Vorarbeit vornehm japanischen Autobauern den Vortritt und noch nicht einmal Verweigerungskartelle können sie richtig organisieren. Jammern, ja das können sie, über Standortnachteile und die Ökosteuer. Selbstkritik fällt leise aus, selbst bei dem desaströsen Verlust, den der Versuch kostete, Daimler zu einem Weltkonzern zu schmieden. Und bei der Umwelttechnik: Fehlanzeige. Erstmalig seit 1996 ist kein deutsches Auto mehr auf Platz Eins der VCD Auto-Umweltliste.
Der Toyota Prius gewinnt vor dem Daihatsu Cuore. Der Prius ist ein komfortables Fahrzeug mit großem Innenraum und spritsparender Hybridtechnik. Vor allem im Stadtverkehr ist der Prius mit konkurrenzlos niedrigem Verbrauch, Schadstoffausstoß und Lärmwert unterwegs. Selten wurde ein neues Auto so gelobt wie die Neuauflage des Prius und in den USA erlebt er eine für ein Auto ungewöhnliche Karriere. Er ist im amerikanischen Wahlkampf das Auto der Bush-Gegner, als Symbol gegen Kriege für Öl und für eine Neuorientierung der Umwelt- und Energiepolitik.
VW-Chef Pischetsrieder hat behauptet, die Hybrid- Technik tauge nichts und sei viel zu teuer. Aber inzwischen kam Suzuki mit einem kleinen, zweisitzigen Hybrid auf den japanischen Markt, der weniger als 10000 Euro kostet. Also, Innovation ist möglich. Einen Diesel mit Drei-Liter-Verbrauch können Audi und VW bauen, es fehlt nur der Partikelfilter und schon wäre er knapp auf Platz Eins. Bei den größeren Fahrzeugen rettet Opel den Ruf der deutschen Autobauer − mit intelligenten Erdgasfahrzeugen, sauberer als die Diesel, mit niedrigerem CO2-Ausstoß als die Benziner.
Mit welchem Antrieb ein Auto fährt, ist letztendlich egal. Entscheidend ist, dass die Technik gesundheitsschädigende Abgase, Lärm und den Verbrauch minimiert, der direkten Einfluss auf unser Klima hat. Das ist auch die zentrale Botschaft des Klimakatastrophenfilms „The Day After Tomorrow”: Wir müssen alle handeln − und zwar jetzt.






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