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Eine Bahn
für Aachen? Die Auswirkungen wären
groß
und überall spürbar: im Aachener
Stadtbild, das durch neue Straßenräume
verändert würde; im ÖPNV,
der eine Neuorientierung auf das
neue Verkehrsmittel braucht; nicht zuletzt
im Haushalt, der die Investition und
Folgekosten wird schultern
müssen.
Warum sind wir
für diesen Schritt?
Ich bin in
Aachen noch überall hin gekommen, wo ich hin wollte. Warum überhaupt etwas verändern?
Es gibt eine
Vielzahl von Problemen im Aachener
Verkehr, die angepackt werden müssen:
• Das Aachener
Straßennetz ist überlastet. Wer zu Stoßzeiten mit dem Pkw in der Stadt unterwegs ist, wird wissen, dass nicht „alles in Butter“ ist. Auch wer in Aachen zu solchen Zeiten mit dem Bus fährt, findet oft
nicht einmal mehr
Stehplätze.
• Allgemein
ist Parkraum in der Innenstadt knapp
und
auch kaum weiter auszubauen.
Um weiter eine auch für
Menschen von auswärts gut erreichbare Innenstadt zu haben, sollte möglichst schnell eine Alternative her.
• Die Aachener
Luft ist zu schlecht. Die
offiziellen Grenzwerte für Stickoxide werden deutlich öfter überschritten, als zulässig ist. Für die Gesundheit der Aachener ist damit eine Verlagerung des Verkehrsaufkommens zu sauberen Verkehrsmitteln notwendig.
Warum nicht
einfach das Bussystem ausbauen?
Wenn
zu wenig Busse da sind,
nehmen wir die neuen Doppelgelenkbusse.
Selbst wenn es
möglich ist, durch den Einsatz
von
Doppelgelenkbussen ähnlich viele
Fahrgäste
zu bewegen wie mit der
Bahn, gibt es doch bessere Argumente für die Bahn.
Der Bus setzt
Energie zwar relativ zum Auto
effizienter ein. Im Vergleich ist die Bahn allerdings vor allem wegen des viel geringeren Rollwiderstandes aber auch wegen des Elektromotors (der Wirkungsgrad ist deutlich höher als bei
Dieselmotoren) günstiger
unterwegs. Die CO2-Emissionen pro
Personen-Kilometer liegen bei einer Bahn im Vergleich zum Bus bei weniger als der Hälfte. Vor dem Hintergrund der Debatte
um den Treibhauseffekt und mit
hoher Wahrscheinlichkeit
steigenden Energiepreisen ein
wichtiges Argument. Das wichtigste
Kostenelement im deutschen ÖPNV
sind
Personalkosten. Auch hier
ergeben sich durch eine Umstellung einzelner
Strecken
Chancen. Insbesondere in
Stoßzeiten kann durch das
einfache Aneinanderkoppeln von Zügen
Personal
effizienter eingesetzt werden.
Bei der Anlage als Hochbahn könnten
die
Züge sogar komplett ohne Fahrer
verkehren.
Ein weiterer
Bahnvorteil ist die Barrierefreiheit. Moderne Niederflurbahnen sind für Rollstuhlfahrer auch ohne umständliches Herausklappen einer Rampe leicht zu nutzen. Busse können wegen der immer etwas ungenauen Steuerung nicht präzise genug an Bordsteine
heranfahren, um ein ähnliches
System zu verwirklichen.
Letztlich ist
aber der Komfort beziehungsweise der
sich
vor allem hieraus ableitende
„Schienenbonus“ das wichtigste Argument
für
ein spurgeführtes Zugsystem
und gegen einen einfachen Ausbau
des aktuellen Bussystems. Bahnen
werden generell besser angenommen als
Busse.
Zurückzuführen ist das
auf das bessere Image von Bahnen, auf
die
ruhigere Fahrweise und auf ihre
deutlichere Sichtbarkeit. Dies liegt beispielsweise an den Gleisen, durch die die Bahn und ihre Linienführung
auch dann sichtbar ist, wenn
das Fahrzeug selbst nicht in der
Nähe ist.
Wird Aachen
hässlicher, wenn Oberleitungen durch die ganze Stadt führen?
Nur weil es
viele Städte gibt, in denen Oberleitungen
schon
immer im Straßenraum vorhanden
waren,
und die Menschen sich da
auch irgendwie daran „ gewöhnt“
haben,
heißt das nicht, dass es
in Aachen genauso kommen muss. Vor
allem in engen Straßenräumen wie etwa auf dem Grabenring oder an „ Vorzeigeplätzen“ wie dem Elisenbrunnen würden Oberleitungen das Stadtbild stören. Die Technik ist aber mittlerweile in diesem Bereich fortgeschritten. Es gibt Beispiele, in denen Bahnen Strom für
kleine Streckenabschnitte in
Akkus speichern oder ihren Strom
aus dem Boden holen.
Die Kosten
für die Einführung einer Stadtbahn
auf
vier Verbindungen wurden in
einem früheren Gutachten (railconsult,
1999)
auf etwa 300 Mio. Euro
geschätzt. Wie kann man eine solche Investition rechtfertigen? *
Tatsächlich
handelt
es sich bei der AC=Bahn um
die mit Abstand größte Einzelinvestition,
die
in Aachen aktuell überhaupt
diskutiert wird. Die Zahl wirkt groß,
muss
aber im Verhältnis zu ähnlichen Projekten gesehen werden. Die durchschnittlichen Baukosten für einen Kilometer Autobahn liegen in
Deutschland heute bei etwa 11,7
Mio. €. Damit entsprechen die
gesamten Investitionen für
die damals untersuchte Stadtbahn denen
von
knapp 26 Kilometern Autobahn. Für
eine
im wahrsten Sinne des Wortes
nachhaltige Änderung im Aachener Verkehrssystem relativiert sich der Preis so erheblich. Auch das oben genannte Gutachten kam zu dem Schluss, dass der gesamtwirtschaftliche Nutzen der Stadtbahn höher gewesen wäre als ihre Kosten, es sich also um
eine sinnvolle Investition
gehandelt hätte.
* Der größte Teil der Kosten für
den Bau der
AC=Bahn würde nicht von der Stadt Aachen
sondern von Land NRW und Bund getragen.
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