VCD Bahntest 2011 − Qualität und Service im Fernverkehr

- Foto: Deutsche Bahn AG/Roland Horn
Vor einem Jahr startete die Deutsche Bahn AG eine Kunden- und Qualitätsinitiative. Damit sollte der Service in Bahnhöfen und Zügen, sowie die Verlässlichkeit und der Informationsfluss verbessert werden. Der ökologische Verkehrsclub zieht in seinem »VCD Bahntest − Qualität und Service« ein Zwischenfazit. Wurden Besserungen erreicht? Und wo besteht noch Handlungsbedarf?
Die Bahn ist besser als ihr Ruf
Teure Tickets, Ausfall von Klimaanlagen und unhöfliches Zugpersonal − in den Medien wird oft über die Bahn gewettert. Doch der VCD Bahntest 2011 zeigt, dass Bahnfahrer viele Vorurteile nicht bestätigen können. Stattdessen lobt ein Großteil der Befragten die Sauberkeit an den Bahnhöfen und die moderne Ausstattung in den Zügen. Auch das Zugpersonal kommt im VCD Bahntest gut weg: Viele Zugbegleiter werden als kompetent und freundlich eingeschätzt.
Mangel an Informationen und Sauberkeit
Zwei große Defizite stellt der VCD Bahntest 2011 fest. So fühlen sich viele Bahnfahrer bei Störungen und Zugausfällen schlecht informiert. Gleisänderungen oder andere Abweichungen vom Fahrplan werden von der Deutschen Bahn häufig erst spät bekannt gegeben, Durchsagen gehen aufgrund der schlechten Akustik an Bahnhöfen in der Geräuschkulisse unter. Der zweite Mangel ist die Sauberkeit in den Zügen − im Besonderen die Sauberkeit der Zugtoiletten. Nur etwa die Hälfte der Toiletten in DB-Fernzügen wird als sauber eingestuft. Doch sobald die Toiletten unsauber bewertet werden, wirkt sich das oft auch auf die Gesamtbewertung des Zuges aus.
Das alte Problem: Die Pünktlichkeit
In der Hauptverkehrszeit tut sich die Deutsche Bahn mit der Pünktlichkeit besonders schwer: Jede dritte Zug kommt zu spät an seinem Zielbahnhof an. Allerdings kreiden Reisende der Bahn das kaum an. Schließlich kann ein Großteil der Fahrgäste trotz Verspätung noch den Anschlusszug bekommen. Außerdem ist vielen bewusst, dass nicht immer die Deutsche Bahn für die Zugverspätung verantwortlich ist. Häufig sind auch nicht von der Bahn verschuldete Zwischenfälle wie Personenschäden, unvorhergesehene Kälteeinbrüche, aber auch extremistisch motivierte Aktionen wie das Legen von Brandsätzen Ursache für Verspätung.
Der VCD Bahntest kostet rund 25.000 Euro!
Die Kosten entstehen durch:
- die Befragung durch ein unabhängiges Qualitätsforschungsinstitut,
- die Ausarbeitung der Studie,
- die Durchführung der Pressekonferenz am 29. November 2011 in Berlin,
- begleitende Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit
Um unsere Arbeit auch im kommenden Jahr mit einer Studie konsequent fortführen und unsere Forderungen öffentlichkeits- und medienwirksam platzieren zu können, bitten wir Sie um Ihre Spende. Helfen Sie uns auch jetzt, damit wir dafür sorgen können, dass die Bahn für noch mehr Menschen eine echte Alternative zum Auto und Flugzeug wird. Vielen Dank!


vcd.org