Spritpreise: Wer macht Kasse?

Tankrüssel im Autotank
Foto: PixelQuelle.de

Die Benzin- und Dieselpreise stiegen auch 2008 weiter an, sodass mehr Menschen auf Fahrrad, Bus oder Bahn umstiegen. Die Ölkonzerne begründen die Preissteigerung mit hohen Rohölpreisen und der gestiegenen Nachfrage auf dem internationalen Markt. In der öffentlichen Diskussion wird häufig auch der Staat verantwortlich gemacht.

Mineralöl- und Ökosteuer sind feste Beträge je Liter, die unabhängig vom Produktpreis gelten. Prozentual bemisst sich hingegen die Mehrwertsteuer (zur Zeit 19 Prozent). Wenn die Preise an der Tankstelle steigen, erhöhen sich daher die Einnahmen an Steuern durch die Mehrwertsteuer. Die Preissteigerungen im Jahr 2008 von ca. 7 Cent pro Liter für Benzin und 16 Cent pro Liter für Diesel brachten dem Staat aber im Durchschnitt nur etwa 1,3 Cent je Liter Benzin und nur 3 Cent je Liter Diesel mehr an Steuern.

Der Steueranteil pro Liter ist entsprechend der höheren Produktpreise zurückgegangen. Die Steuerquote lag 2008 für Benzin bei durchschnittlich 63 (2007: 65) und für Diesel bei etwa 52 (2007: 56) Prozent (Quelle: Aral, Januar 2009).

Vergleicht man die heutigen Benzinpreise mit denen von vor 30 Jahren, so haben sie sich absolut zwar verdoppelt bis vervierfacht, sind aber − und das ist die entscheidende Vergleichsgröße − genauso stark gestiegen wie das durchschnittliche Haushaltseinkommen.

Auch im Vergleich zu anderen Waren des täglichen Bedarfs ist die Preissteigerung moderat ausgefallen. Hat sich beispielsweise Brot von 1950 bis 2003 um den Faktor 7,1 verteuert, stieg der Preis für Normalbenzin nur um den Faktor 3,7 (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Die Preisentwicklung der letzten Jahre zeigt aber auch, dass die Zeit der günstigen Spritpreise vorbei ist. Auf das höhere Preisniveau und starke Preisschwankungen müssen sich alle einstellen. Werden nicht bald die Weichen für eine ressourcenschonende Politik gestellt, sind weitere Preissprünge zu erwarten.

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