Spritpreise: Wer macht Kasse?

Tankrüssel im Autotank
Foto: PixelQuelle.de

Nachdem die Benzin- und Dieselpreise 2009 in Folge der Weltwirtschaftskrise stark gefallen waren, ist für 2010 wieder ein Anstieg der Preise festzustellen. So kostete 1 Liter Benzin 2010 durchschnittlich 1,41 Euro, während es 2008 noch 1,40 Euro und 2009 nur 1,28 Euro waren. Auch die Dieselpreise stiegen gegenüber dem Vorjahr um 14 Cent an, blieben jedoch mit durchschnittlich 1,23 Euro noch unter den Preisen von 2008 (1,33 Euro/1 l Diesel).

Die Ölkonzerne begründen die Preissteigerung mit hohen Rohölpreisen und der gestiegenen Nachfrage auf dem internationalen Markt. In der öffentlichen Diskussion wird häufig auch der Staat verantwortlich gemacht. Die Steuern haben allerdings mit aktuellen Preisentwicklungen nur sehr wenig zu tun. Die Ökosteuer wurde letztmals 2003 erhöht und der aktuelle Mehrwertsteuersatz gilt seit dem 01.01.2007.

Mineralöl- und Ökosteuer sind feste Beträge je Liter, die unabhängig vom Produktpreis gelten. Prozentual bemisst sich hingegen die Mehrwertsteuer (zur Zeit 19 Prozent). Wenn die Preise an der Tankstelle steigen, erhöhen sich daher die Einnahmen an Steuern durch die Mehrwertsteuer.

Die Preissteigerungen von 2009 auf 2010 um 13 Cent je l Benzin und 14 Cent je l Diesel brachten dem Staat im Durchschnitt aber nur 2 Cent je Liter mehr an Mehrwertsteuer − sowohl für Benzin als auch für Diesel. Der Steueranteil pro Liter ist entsprechend der höheren Produktpreise sogar zurückgegangen: Während die Steuerquote 2009 für Benzin bei durchschnittlich rund 68 % und für Diesel bei durchschnittlich rund 60 % lag, war sie 2010 für Benzin auf einem Stand von 63 % und für Diesel von 55 % (Quelle: Aral, Februar 2011).

Vergleicht man die heutigen Benzinpreise mit denen von vor 40 Jahren, so haben sie sich absolut zwar vervierfacht, sind aber − und das ist die entscheidende Vergleichsgröße − in etwa genauso stark gestiegen wie das durchschnittliche Haushaltseinkommen.

Auch im Vergleich zu anderen Waren des täglichen Bedarfs ist die Preissteigerung moderat ausgefallen. Hat sich beispielsweise Brot von 1950 bis 2003 um den Faktor 7,1 verteuert, stieg der Preis für Normalbenzin nur um den Faktor 3,7 (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Die Preisentwicklung der letzten Jahre zeigt aber auch, dass die Zeit der günstigen Spritpreise vorbei ist. Auf das höhere Preisniveau und starke Preisschwankungen müssen sich alle einstellen. Werden nicht bald die Weichen für eine ressourcenschonende Politik gestellt, sind weitere Preissprünge zu erwarten.

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