Intelligente Autonutzung: Carriba – Car Sharing im Bergischen Land

"Auto nutzen statt besitzen – ein genialer Gedanke"

Der Besitz eines eigenen Pkw gilt heute als Ausdruck von Unabhängigkeit und Erfolg. Doch der Preis ist hoch: Anschaffung und Unterhaltung sind kostspielig. Und das teure Gefährt steht die meiste Zeit nur herum. Im Durchschnitt ist es 23 Stunden am Tag ein "Stehzeug".

Aus diesem Grund fanden sich vor zehn Jahren Menschen nach dem Schweizer Vorbild zusammen, die nach dem Motto "Nutzen statt besitzen" eine Alternative zum individuellen Autobesitz entwickelten: Das organisierte Auto-Teilen, auf Neudeutsch "Car-Sharing". Zunächst in Wuppertal, danach auch in Solingen und Wülfrath entstand mit Unterstützung des VCD die Car-Sharing-Organisation regen e.v. .

Nach einigen Aufbau-Jahren haben wir die Wuppertaler Stadtwerke dann davon überzeugt, das Ganze unter der Marke Carriba als Ergänzung des ÖPNV zu übernehmen und auszubauen.

"Car Sharing – ein praktischer Weg"

Und so sieht Auto-Teilen praktisch aus: Unterschiedliche Autos vom Smart bis zum 7,5-Tonner stehen an zentralen Punkten bereit. Nach telefonischer oder elektronischer Buchung oder persönlich in einem WSW-Kunden-Center holt der Kunde seinen Wagen zum vereinbarten Zeitpunkt ab und bringt ihn auch vereinbarungsgemäß zurück. Spontane Verlängerung ist möglich, wenn das Auto nicht schon anderweitig versprochen worden ist. Über 90 Prozent sind die Autos bei der Reservierung auch verfügbar.

Der Nutzer hat mit Reinigung, Wartung, Instandsetzung, Versicherung der Autos und anderen lästigen Dingen nichts mehr zu tun. Er erhält einmal im Monat eine Rechnung je nach Inanspruchnahme der Fahrzeuge.

Voraussetzung ist eine Mitgliedschaft bei Carriba und die Hinterlegung einer Kaution. Abokunden von Ticket 2000 erhalten ermässigte Grundgebühren.

Auto-Teilen: eine Alternative für Viele?

Mehr als 1200 Menschen in Wuppertal, Remscheid und Solingen beteiligen sich bereits am Car-Sharing. Nach einer Studie im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums kommen rund 25.000 Menschen im Bergischen Städtedreieck für Carriba in Frage.

Interessant ist Auto-Teilen für alle, die für den täglichen Arbeitsweg nicht auf ein Auto angewiesen sind, die nicht mehr als 8.000 km im Jahr mit dem Auto zurücklegen (müssen) und die nahe eines Carriba-Standortes wohnen. Viele Alltagswege sollten gut mit Bus und Bahn, mit dem Fahrrad oder zu Fuß zu erledigen sein.

Menschen, deren Einstellung zum Auto eher sachlich als emotional geprägt ist, fällt die rationale Wahl des geeigneten Verkehrsmittels leichter.

Wer dagegen stark auf Unabhängigkeit setzt, für den gibt es beim Car-Sharing ein paar Hürden: den höheren Zeitaufwand durch den meist längeren Weg zum Standort des Fahrzeugs sowie die nicht vollständige Verfügbarkeit.

Umweltverbund und flexible Autonutzung

Gelegentliche Fahrten mit dem Taxi - beispielsweise nachts nach einem Kneipenbummel - oder ein Wochenendausflug mit dem Mietwagen sind dann kein finanzielles Problem. Die Abschaffung des Privatautos spart Fixkosten, die sich je nach Wagentyp in einer Größenordnung von 100 bis 500 Euro im Monat bewegen. Wer nach dem Motto Auto fährt "So oft wie nötig, so wenig wie möglich", der schützt nicht nur seine Mitmenschen und die Umwelt.

Die Zukunft gehört der intelligenten Autonutzung

Carriba hat seine Freunde auch außerhalb der Öko-Szene gewonnen. Immer mehr Menschen, Betriebe und auch die Stadtverwaltung Wuppertal haben die Chancen, die ihnen Car-Sharing bietet, ergriffen. Für Viele ist es eine vollwertige Alternative zum privaten oder Dienstauto geworden. Und Carriba baut ständig seinen Fuhrpark aus und gewinnt neue Standorte.