Nahverkehr erhalten - Bus & Bahn im Bergischen Städtedreieck
Bus und Bahn sind die zentralen Verkehrsmittel im bergischen Umweltverbund. Für manch einen Weg, der in flacheren Landen mit dem Fahrrad zurückgelegt werden kann, ist hier Bus & Bahn angesagt: Wegen der langen Steigungen, wegen der fehlenden Radwege. Entsprechend häufig ist auch das Angebot: Die Hauptstrecken verkehren tagsüber im 10-Minuten-Takt. Ausnahmen wie in Solingen bestätigen die Regel. Doch schon bei der Pünktlichkeit fängt der Ärger an: Fehlende Busspuren oder ungünstige Ampelschaltungen erzeugen Verspätungen. Da muss mensch zwangsweise einen Bus früher fahren. Und wenn aus einem reibungslosen Anschluss 15 Minuten Wartezeit werden, ist der Griff zum Zündschlüssel für Viele beschlossene Sache. Der VCD Bergisches Land e.V. fordert daher
- die konsequente Umsetzung der Busspuratlas und Nahverkehrspläne im Bergischen Städtedreieck.
Der
VCD hat während der aus durchsichtigen Gründen gegen
Buskaps geführten Kampagne 1998 den Aktionisten für
attraktive Ein- und Ausstiegsverhältnisse
- Vorschläge für den Ausbau von Haltestellen (statt des Abbaus von Komfort)
unterbreitet:
Damit
nicht genug. Die nächste Gefahr droht aus der Schwindsucht
der städtischen Haushalte: Wenn erst der starre Blick auf
leere kommunale Kassen die Städte zum billigsten Anbieter
greifen ließ, bleiben Umwelt- und Qualitätsstandards auf der
Strecke. Bis der Missstand große Löcher in die Kassen aus
Fahrgeldeinnahmen und Zuschüssen reißt. Dann entsinnen sich
hoffentlich Politik und Verwaltung, dass jüngst der
Europäische Gerichtshof (Rs. C 513/99) im Grundsatz
Umweltstandards in Ausschreibungen zugelassen hat. Und damit wohl
auch Sozialstandards. Denn wohin verkommt der ÖPNV, wenn
FahrerInnen nicht einmal mehr einem Fahrgast eine Zielhaltestelle
in deutscher Sprache angeben können? Und in überlangen
Schichten überarbeitetes Personal den Einsatz zum nächsten
Dienst verpasst? Damit der Wettbewerb nicht zu Lasten der Qualität
erfolgt, müssen Kommunen in der Lage sein, sowohl
rechtssichere als auch qualitativ hochwertige Ausschreibungen
durchzuführen. Die gesellschaftliche Akzeptanz der künftigen
ÖPNV-Finanzierung hängt dabei wesentlich vom Erhalt des
Umweltvorteils ab. Der ÖPNV braucht deshalb klare Umweltziele
und -standards. Damit Busse nicht vor die Wand knallen und mehr
als nur über die nächste Abgasuntersuchung kommen,
hat
der VCD dazu das
- ÖPNV-Umweltranking "Öffentlicher Nahverkehr: Ökologisch fit für den Wettbewerb" entwickelt. Mittels eines Fragenkataloges wurden Angebotsdichte und Nachfrage, Schadstoffemissionen und Lärmentwicklung der Fahrzeuge, Mitsprache von Fahrgästen durch Fahrgastbeiräte, Stand des Qualitätsmanagements etc. ermittelt und einer Bewertung unterzogen. Unser "König Kunde erklärt außerdem, was bereits heute rechtlich möglich ist und welche Änderungen insbesondere auf europäischer Ebene zu erwarten sind." Für Entscheidungsträger aus Verkehrsunternehmen, Kommunen und Politik Pflichtlektüre!
- Diese Übersicht der Sieger wird der VCD jetzt jährlich erstellen. Spannende, dass der Solinger Obus-Betrieb und die Remscheider Stadtwerke gut abgeschnitten haben. Die Wuppertaler Stadtwerke haben nicht teilgenommen, doch hat der Regionalverband sie nach eingehender Untersuchung als ebenfalls vorne auf eingestuft (siehe Pressemitteilung).
