Die VCD-Verkehrsschule für einen kinderunfallärmeren Straßenverkehr im Bergischen Land
Unsere Beiträge zur Senkung der überdurchschnittlichen Kinderunfallhäufigkeit im Wuppertaler Straßenverkehr
Gerade auch Kinder und ältere Menschen sind im Straßenverkehr besonders gefährdet. Grundlage der umweltbewussten Verkehrsteilnahme, wie sie der VCD vertritt, ist die Möglichkeit, die erlebte Umwelt ein Stück weit angenehmer zu gestalten wie auch die Leichtigkeit und Sicherheit im praktischen Verkehrsalltag zu erleben. Die Verantwortung für Verkehrssicherheit wird dabei nicht allein auf die Kinder abgewälzt und diese dem Verkehr angepasst, sondern verkehrsgerechtes Verhalten wird gleichfalls von Erwachsenen (Eltern und Lehrer/innen) eingefordert. Zudem helfen wir dem allseits beklagten Bewegungsmangel auf die Sprünge. Die Probleme der Kinder mit dem Verkehr auf ihren täglichen wegen und in ihren Lebensräumen werden aufgegriffen und Perspektiven für Verbesserungen erarbeitet. So kann die Verkehrserziehung dafür Sorge tragen, dass der Verkehr kindgerechter wird (Tempo 30, Verkehrsreduzierung etc.). Durch diese umfassende Mobilitätserziehung wird der Anpassungsdruck an die Gefahren des Straßenverkehrs gesenkt.
Zwar haben die Lehrpläne aller Schulformen auf Beschluss der Kultusministerkonferenz von 1994 bereits diesen Ansatz übernommen, doch fehlt es in der Praxis meist an entsprechenden Impulsen. Dazu gehört auch, dass Lernende und Lehrende an einem Verkehrsunterricht Spaß haben. Wir helfen, die Verkehrserziehung aus ihrer isolierten Stellung zu befreien und im Rahmen von fächerübergreifendem Unterricht und Projekten Eingang in den Schulalltag zu finden. Deshalb haben wir unser Angebot insbesondere für Projektwochen oder Verkehrssicherheitstage aufgebaut, erprobt und fortwährend aktualisiert.
So bieten wir als Einschulungsaktion an:
I walk to school
Eltern
sind oftmals zu sehr besorgt um die Unversehrtheit ihrer Kinder.
Deshalb fahren sie diese mit dem Auto zur Schule, zum Sportverein,
zur Musikstunde, zum Bachreinigungseinsatz etc. Wir zeigen den
Eltern und Lehrern, dass ihre Kinder umso eher selbständig
mobil sind, je intensiver sie darauf theoretisch und praktisch
vorbereitet sind. Zudem sollen sie die positiven Auswirkungen von
täglicher Bewegung auf die Gesundheit von Kindern spüren.
Denn Kinderärzte, Therapeuten und Krankenkassen beobachten
mit Erschrecken, dass sich die Gesundheit der Kinder in
Deutschland stetig verschlechtert. Besonders nehmen Krankheiten
zu, die auf Bewegungsmangel zurückzuführen sind:
Diabetes, Gelenks- und Rückenproblemen, Übergewicht und
psychomotorische Störungen. Dabei ist die Vorbeugung gegen
solche Krankheiten einfach und kostengünstig: Bereits eine
Stunde Bewegung pro Tag reduziert die Anfälligkeit erheblich.
Dazu
sammeln wir mit Eltern und Kindern die Kinder-Meilen.
Jede Meile, die statt routinemäßig in Mutters oder Vaters
Auto jetzt umweltschonend zu Fuß, mit Roller, Rad oder Bus
zurückgelegt wird, wird in einem Bonusheft notiert. Weitere
Belohnungen werden je nach Lage verteilt.
Ziel
ist es, Kindern im Alter von vier bis zehn spielerisch mit den
Zusammenhängen von Klimawandel, Verkehr und eigenem Verhalten
vertraut zu machen. Diese längerfristig angelegte Maßnahme eignet sich gut, anlässlich des jährlich wiederkehrenden
Tages I walk to school im September durchgeführt
zu werden. In Remscheid waren die Kinder-Meilen-Sammler
2002 schon recht fleißig.
Auf alle Fälle sollten Sie aber nicht die
Tempo-30-Messaktion
auslassen!
Viele
Strassen verführen aufgrund ihres baulichen Charakters zur
Überschreitung der zulässigen Geschwindigkeit von 30
km/h. Dies wird von Kindern und Anwohnern als existentielle
Gefährdung und erhebliche Belästigung empfunden. Zwar
sind Tempo-30-Zonen keine Spielplätze, aber die StVO weist
auf den Vorrang von Kindern in der Nähe auch von spontanen
Spielorten hin.
Den grundsätzlichen Ablauf setzen wir als bekannt voraus. Zudem erhalten, wenn Pkws von der assistierenden Polizei angehalten und gemeinsam von Kindern, Anwohnern und Polizei über den Sinn von Tempo 30 aufgeklärt worden sind, die Fahrer entweder einen Denkzettel oder einen Dankzettel. Ab Tempo 45 werden die Fahrer gebeten, in eine saure Zitrone zu beißen.
Auf Anfrage stellen wir vom VCD Bergisches Land e.V. eine Radarpistole zur Verfügung, die wir uns von unserer Bundesgeschäftsstelle in Bonn ausleihen.
Begleitend empfiehlt es sich für Stadt oder Polizei, echte Kontrollen in den folgenden Wochen durchführen.
Für die 3. und 4. Klasse eignet sich die Projekteinheit:
Kind und Umwelt im Verkehr
Kinder
wollen Sicherheit kann als Leitmotiv für die Erziehung
zum umsichtigen und regelbewussten Verhalten stehen.
Da Kinder ihre Wege zur Schule, zu Freunden oder zum Sport oft nur
noch im Auto erleben, werden durch Stadtteilerkundungen
Verbindungen zwischen den "Erfahrungsinseln" der Kinder
hergestellt. Durch das Kannenlernen ihres Wohnortes, das Aufsuchen
von Spielräumen und Schlupfwinkeln werden den Kindern
Möglichkeiten geboten, sich mit ihrer Umwelt zu
identifizieren. Dabei können auch gezielt Gefahren und
Probleme des Straßenverkehrs beobachtet und ggf. Maßnahmen
zu Verbesserungen geplant und durchgeführt werden.
Neben dem Einüben des Verkehrsverhaltens steht aber genauso die Auseinandersetzung mit zu engen Gehwegen, zu langen Ampelphasen und überflüssigen Querungssperren im Vordergrund. Beispielsweise sind laut Ratsbeschluss sind 2m nutzbare Gehwegbreite in Wohngebieten und in Einkaufsstrassen vorzusehen. Im Rahmen einer Schwerpunktaktion werden insbesondere Gehwegparker auf ihr regelwidriges Verhalten hingewiesen.
Entspannteres Gehen senkt die unterschwellige Anfälligkeit für plötzlichen Straßenseitenwechsel.
Und für die Orientierungsstufe:
Fang` den Wupp
Orientierungsstufe ist hier wörtlich zu nehmen: Im Rahmen des Umweltspürnasenpasses ist die selbständige Erkundung des Stadtraumes mit Bus und Bahn außerhalb eingeübter Wege ein langjährig eingeübter Programmpunkt. Wir sind bereit, mit einem oder zwei Aktiven Suchvormittage oder -nachmittage zu gestalten.
Ein Baustein für die Sekundarstufe 1:
Mobilität für Alle!
Im
Projekt werden Fragen und Problem der Mobilität von heute und
morgen zur Diskussion gestellt. Schülerinnen und Schüler
untersuchen die globale und lokale Verkehrs-Situation unter den
Aspekten der Umwelt-Verträglichkeit, der sozialen
Nachhaltigkeit sowie der wirtschaftlichen Möglichkeiten. Für
Projekte und den Fachunterricht (Naturwissenschaften, Mathematik,
Religion / Ethik, Erdkunde, Gemeinschaftskunde) stellen wir
Material zur Verfügung oder assistieren im Unterricht / den
Jugendstunden. Wir bedienen uns eigener wie auch bewährter
Materialien anderer Organisationen (z.B. WSW, DVR, Verkehrswacht,
ADFC, UBA). Es gilt, die eigene Mobilität und die des
nächsten Umfeldes (Lehrer?) zu untersuchen und sich ein Bild
über die gesamtstädtische Mobilität zu verschaffen.
Für die Kosten des Verkehrs wird eine Sensibilität
geschaffen, die psychologischen Aspekte von Verkehrsteilnehmern
werden unter die Lupe genommen und Lebensstile werden diskutiert.
Gleichfalls werden Umdenken und nachhaltiges Handeln in konkreten
Schritten auf persönlicher Ebene wie auch auf der Ebene der
Verkehrs- und Stadtplanung erarbeitet und fallweise ausprobiert.
Und für die Jugendarbeit ist unerlässlich:
You move Jugend ist mobil

Umweltverträgliche
Mobilität kann sich an die Bedürfnisse und Lebensstile Jugendlicher anpassen. Nahverkehr kann
Spaß machen, preiswert und
sicher sein. Egal, ob die Nachtexpresse benutzerfreundlicher
ausgestattet werden, spezielle Ziele anfahren sollen oder ob zur
Abwechslung die Clique an Orte entlang der S-Bahn eingeladen
werden soll alle Ideen sind willkommen und wir helfen gerne
ein Stück weit bei der Umsetzung. Auch für in Wuppertal
so schlecht geredete Radfahren lassen sich Events erarbeiten.
Liegt die Schule oder die Event-Location zu nahe an Lärmquellen
wie der Autobahn? Wir helfen gerne den Lärmpegel zu messen
und Verantwortliche auf Abhilfe zu drängen. Dazu greifen wir
die Ergebnisse der You-Move-NRW-Kampagne 2002 auf.
