Pressemitteilung vom 13.12.2007

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Einstellung des Zugverkehrs zwischen Ilmenau(-Bad) und Stützerbach

In einem Schreiben an den Thüringer Minister für Bau und Verkehr, Herrn Andreas Trautvetter, hat der Landesverband Elbe-Saale des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) gegen die Einstellung des Zugverkehrs zwischen Ilmenau und Stützerbach protestiert. Nachfolgend möchten wir den Wortlaut des Schreibens wiedergeben.

„Ein Zug, den es nicht mehr gibt“ - Veröffentlichungen in der Thüringer Presse am 13.12.2007 zur Einstellung des Zugverkehrs zwischen Ilmenau(-Bad) und Stützerbach

Sehr geehrter Herr Minister Trautvetter,

nachdem bereits im Sommer 2007 Absichten zur Stilllegung von Bahnstrecken in Thüringen bekannt geworden sind und seit dem Fahrplanwechsel die Pfefferminzbahn zwischen Straußfurt und Sömmerda ihren Betrieb einstellen musste, wurde heute bekannt, das eine weitere Strecke nicht mehr befahren wird.

Der Landesverband Elbe-Saale des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) e. V., der sich seit über 20 Jahren für eine zukunftsfähige Verkehrspolitik einsetzt, protestiert hiermit energisch gegen die plötzliche Streichung des im aktuellen Fahrplan (gültig vom 09.12.2007 – 14.06.2008) enthaltenen Angebotes zwischen Ilmenau und Ilmenau-Bad bzw. Stützerbach.

Wir fordern Sie hiermit auf, unverzüglich dafür zu sorgen, dass der Zugverkehr auf dieser Strecke wieder gemäß dem veröffentlichten Fahrplan aufgenommen wird. Dies ist insbesondere in Anbetracht der bevorstehenden Wintersportsaison und der Beliebtheit des Thüringer Waldes als Urlaubsgebiet von besonderer Bedeutung. Wir möchten Sie zudem darauf aufmerksam machen, dass die mangelnde Ausnutzung insbesondere im vergangenen Winterhalbjahr 2006 / 2007 sicher auch vor allem auf die wenig winterlichen Verhältnisse zurückzuführen war.

Nicht nachvollziehbar ist zudem die in der Presse wiedergegebene Argumentation eines Vertreters Ihres Ministeriums, dass es sich nur um einen Testbetrieb gehandelt habe. Hierzu stellen wir fest: Bei dem in den Jahren 2006 und 2007 angebotenen Fahrten handelte es sich - seit der Betriebseinstellung 1998 - erstmals wieder um einen planmäßigen Schienenpersonennahverkehr, insbesondere zu touristischen Zwecken. Einen rege genutzten Probebetrieb hatte es dagegen bereits an fünf Wochenenden im Sommer 2005 gegeben (vgl. Ausgabe der „Thüringer RegioTakte“ vom Februar 2006 [Ausgabe Nr. 17]).

Übrigens: Ebenfalls in einer Ausgabe der „Thüringer RegioTakte“ vom Mai 2007 (Ausgabe Nr. 19) wurde noch recht euphorisch ausgeführt, dass nun – nach der Zulassung des Triebwagentyps VT 612 für Steilstrecken – sogar die Möglichkeit bestehen würde, von Großstädten wie z. B. Erfurt und Leipzig künftig direkt zum Rennsteig zu fahren. Wir fordern Sie hiermit auf, die damit verbundenen Potentiale zu nutzen und sich für einen umweltverträglichen und attraktiven Nahverkehr im Freistaat Thüringen zu engagieren und insbesondere die Stilllegung von Bahnstrecken zu verhindern. Das vorhandene Netz muss vielmehr als Basis für ein modernes öffentliches Verkehrssystem mit ansprechenden Bedienungsformen genutzt und langfristig gesichert werden.

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass die anhaltende Streichung von Bahnverbindungen immer größere Lücken im Schienennetz schafft, so dass einige Teile inzwischen nicht mehr an das Schienennetz angebunden sind. Damit gehen auch Fahrgastpotentiale für die Nutzung von angrenzenden Strecken dauerhaft verloren.

Die durch den Bund zu verantwortende Kürzung der Regionalisierungsmittel sollte – nach den Beispielen aus dem Freistaat Thüringen oder Rheinland-Pfalz – seitens des Landes beispielsweise durch die Verwendung von Teilen des erhöhten Mehrwertsteueraufkommens kompensiert werden.

Im Zusammenhang mit dieser plötzlichen Streichung möchten wir auch die Informationspolitik heftig kritisieren. Bis zum heutigen Tage findet sich weder beim der NVS Thüringen, noch bei der DB AG oder beim Land ein Hinweis auf diesen Vorgang.

Leipzig, am 13. Dezember 2007

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