Pressemitteilung vom 20.09.2007


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Steffen Eichler
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Thüringen braucht die Bahn in der Fläche – VCD fordert Erhalt von Strecken

Mitte Juli 2007 wurde bekannt, dass in Thüringen erneut die Stilllegung von Bahnstrecken beabsichtigt wird. Davon betroffen wären die Linien Straußfurt – Sömmerda (Pfefferminzbahn), Gotha – Gräfenroda und Fröttstädt – Friedrichroda. Damit würde sich eine Entwicklung fortsetzen, die seit 1990 zu einer Reduzierung des Streckennetzes im Freistaat um inzwischen 20 % geführt hat.

Nach der Sommerpause hat sich nun der Landesverband Elbe-Saale im Verkehrsclub Deutschland (VCD) e. V., in Schreiben an den Thüringer Minister für Bau und Verkehr, die Fraktionen des Thüringer Landtages sowie an die betroffenen Landräte und Kreistage gewandt, um auf die Notwendigkeit des Erhalts dieser Strecken aufmerksam zu machen. In dem Schreiben, dass die Adressaten zu einem engagierten Einsatz auffordert, werden die Gründe für die geringe Nachfrage hinterfragt sowie alternative Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt. So fehlt es auf den genannten Strecken in aller Regel an einem alltagstauglichen Fahrplanangebot. Weiterhin verweist der VCD darauf, das die Linien zum Teil in für die Erholung bedeutsamen Gebieten des Landes liegen und dort als ein Baustein einer nachhaltigen Tourismuswirtschaft zu bewahren und auszubauen sind.

Mit der Einstellung des Bahnverkehrs und dem ausschließlichen Angebot von Bussen wird es für die Fahrgäste tendenziell auch zu Tariferhöhungen kommen. Während in den Bahnen die BahnCard gilt - deren Einführung maßgeblich durch den VCD initiiert wurde - und regelmäßige Benutzer von günstigeren Tarifen profitieren, entfällt diese Vergünstigung beim Busverkehr. Des Weiteren findet mit der Umstellung von der Bahn auf den Bus auch ein Wechsel bei den Aufgabenträgern statt: Der Nahverkehr auf der Schiene wurde bisher durch das Land Thüringen bestellt. Die Finanzierung und Organisation eines entsprechenden Busangebotes fällt jedoch in die Zuständigkeit des jeweiligen Landkreises.

Der VCD fordert ein konsequentes Umdenken in der Verkehrspolitik. Es ist unverständlich, warum das fragwürdige Verkehrsprojekt einer ICE-Trasse von Berlin über Erfurt nach Nürnberg quer durch den Thüringer Wald und abseits von bestehenden Linien durchgezogen werden soll, während bei den Nebenstrecken großzügig (ein-)gespart wird. Vielmehr muss alles getan werden, um auf Basis des vorhandenen Netzes ein modernes öffentliches Verkehrssystem mit ansprechenden Bedienungsformen zu schaffen und langfristig zu sichern.

Der Verkehrsclub Deutschland setzt sich als gemeinnütziger Verein seit über 20 Jahren für eine zukunftsfähige Verkehrspolitik ein und macht sich stark für eine umwelt- und sozialverträgliche, sichere und gesunde Mobilität.

Leipzig, am 20. September 2007

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