Der Verkehrsclub Deutschland (VCD), Ortsgruppe Leipzig, unterstützt die Stadt Leipzig in der Diskussion um kostenlosen Parkraum. Demnach ist die Schaffung von kostenlosen Stellflächen im öffentlichen Raum keine Aufgabe der öffentlichen Hand (vgl. Aussage von Fr. Höfer in der LVZ vom 18. August 2007).
Eine Untersuchung kommunaler Haushalte aus dem Jahr 2005 belegt demzufolge, dass der Pkw-Verkehr durch die Städte pro Einwohner und Jahr durchschnittlich mit 145 Euro subventioniert werde. Vom Bau kommunaler Parkhäuser bis zur Straßenbeleuchtung stehen dahinter zahlreiche kommunale Ausgaben, die nicht durch entsprechende Einnahmen aus dem Autoverkehr gedeckt werden. Vor diesem Hintergrund, so der VCD, ist es verständlich und nachvollziehbar, dass die Stadtverwaltung nicht freiwillig weitere defizitäre Ausgaben übernimmt, zu denen sie nicht verpflichtet ist. Beim Bau neuer Gebäude ist daher z. B. der Bau von Pkw-Stellplätzen innerhalb der Grundstücke durch Satzungen vorgeschrieben, und zwar ohne Beteiligung öffentlicher Gelder.
Sofern die Einwohner in Gründerzeitvierteln ohne Garagen keine Stellplatzmiete zahlen können oder wollen, sieht der VCD zwei Auswege: Zum einen besteht die Möglichkeit, vom eigenen Pkw auf Car-Sharing umzusteigen. An 24 Stationen im Stadtgebiet bietet das Unternehmen teilAuto Mitteldeutschland derzeit 77 Pkw zur stundenweisen Nutzung an, darunter 8 Pkw an den zwei Stationen allein im Stadtteil Schleußig. Zum anderen sollten die Autofahrer bereit sein, die gleichen Fußwege zu ihrer Wohnung in Kauf zu nehmen wie die Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel. 300 m zur Straßenbahn zu laufen, wird allgemein akzeptiert. Ein kostenloser Stellplatz in 300 m Entfernung zum Hauseingang sollte daher ebenso zumutbar sein.
Leipzig, am 23. August 2007
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