Pressemitteilung vom 14.04.2008

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Ortsgruppe Leipzig
im VCD-Landesverband Elbe-Saale e. V.

Dorothee Schardt
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Tag gegen den Lärm am 16. April: VCD unterstützt Demonstration

Lärm gefährdet die Gesundheit in erheblichem Maße. Darauf weist der Landesverband Elbe-Saale des Verkehrsclubs Deutschland e.V. (VCD) zum Tag gegen Lärm (Mittwoch, den 16.04.2008) hin. Wesentlichen Anteil an der Lärmbelastung vor Ort hat der Verkehr: Wer etwa an einer vielbefahrenen Straße, einer lauten Eisenbahntrasse oder im Einzugsbereich eines Flughafens lebt, hat ein höheres Herzinfarktrisiko als Menschen in ruhiger Umgebung. Diesen Zusammenhang haben medizinische Studien wiederholt nachgewiesen. Zuletzt belegte eine internationale Studie unter Beteiligung des Umweltbundesamtes vom Januar 2008, dass der Blutdruck mit zunehmender Flug- und Straßenverkehrslärmbelastung steigt.

In Leipzig betrifft das Thema "Verkehrslärm" inzwischen mehr Menschen als vor wenigen Jahren – sowohl der Fluglärm als auch etwa der Straßenlärm (jüngstes Beispiel: Windmühlenstraße) sind ein öffentliches Thema geworden: Eine Demonstration, die von der IG Nachtflugverbot Leipzig/Halle e. V. sowie von FLUG e. V. angemeldet wurde, wird mittlerweile von weiteren Verbänden unterstützt, so vom Ökolöwe Umweltbund Leipzig e. V., NABU-Ortsgruppe Partheland e.V. sowie vom VCD. Alle Verbände rufen gemeinsam zu dieser Demonstration gegen den Lärm am Mittwoch, dem 16.04.08 um 16.30 Uhr auf dem Nikolaikirchhof auf.

"Nicht nur die negativen Auswirkungen auf Klima und Umwelt sollten uns dazu veranlassen, unsere Mobilität neu zu organisieren. Auch gegen die Gesundheitsgefahren des Flugverkehrslärms müssen wir aktiv vorgehen, da dieser in Leipzig besonders stark zugenommen hat. Um eine Begrenzung der Nachtflüge auf das gerichtlich festgelegte Minimum als ersten Schritt zur Besserung führt daher kein Schritt vorbei", mahnt Matthias Reichmuth, Vorstandsmitglied im VCD Landesverband. Noch immer werde die negative Wirkung von Verkehrslärm stark unterschätzt. Dabei seien allein in Deutschland rund 15 Millionen Menschen massiv und dauerhaft davon betroffen, mit entsprechenden Folgen für ihre Gesundheit. Sie müssten mit einem erhöhten Herzinfarktrisiko rechnen. Daneben träten häufig Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Beeinträchtigung des allgemeinen Wohlbefindens auf.

"Insgesamt ist Verkehrslärm die Kehrseite der Beschleunigung unserer Gesellschaft – der VCD versteht sich daher auch auch als ein Sprachrohr der langsameren und leiseren Verkehrsteilnehmer", so Dorothee Schardt von der VCD-Ortsgruppe Leipzig.

Nach EU-Vorgaben müssen spätestens bis Juli dieses Jahres zunächst für Ballungsräume mit mehr als 250.000 Einwohnern Lärmaktionspläne erstellt werden. Sie sollen konkrete Maßnahmenbeinhalten, wie die Lärmbelastung der Bevölkerung an den neuralgischen Punkten verringert werden kann. "Verkehrsverlagerung auf leisere und umweltschonendere Verkehrsmittel, Verkehrsvermeidung sowie aktive Lärmschutzmaßnahmen sind die Schlüssel zu einem verträglicheren Verkehr", erklärt Schardt. Um spürbare Verbesserungen der Lärmsituation zu erreichen, müssten Bund, Länder und Kommunen jetzt schnell aktiv werden.

Der ökologisch ausgerichtete Verkehrsclub fordert die weitgehende Einrichtung von Tempo-30-Zonen in Städten und Ortschaften sowie ein generelles Nachtfahrverbot für Lkw. Auf Autobahnen könne in Siedlungsnähe eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf maximal 100 km/h für Pkw bzw. 60 km/h für Lkw den Lärmpegel senken und so die Anwohner entlasten. Zudem müsse der Einsatz von lärmarmen Reifen und Straßenbelägen gefördert werden. Im Bereich Schienenlärm könne der Bund über lärmabhängige Trassenpreise die Eisenbahnunternehmen dazu bringen, in deutlich leisere Fahrzeuge zu investieren. Außerdem sei auf vielen Strecken eine Lärmsanierung der Gleisanlagen sowie der Aufbau von Lärmschutzwänden notwendig.

Treffpunkt: Leipzig, 16. April 2008
Zeit: 16:30 Uhr
Ort: Nikolaikichhof neben der Nikolaischule

Leipzig, am 14. April 2008

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