Pressemitteilung zur Veröffentlichung "Langenberg auf Bahn-Streichliste" (Ostthüringer Zeitung / Thüringer Landeszeitung vom 10.09.2008)
Wie wenig zukunftsfähig die Verkehrspolitik in Thüringen ist, zeigt sich wieder einmal bei der beabsichtigten Schließung von geringer frequentierten Bahnstationen, die im Rahmen der Aufstellung des neuen Landesnahverkehrsplanes diskutiert wird. Davon betroffen sind nach dem aktuellen Stand unter anderem auch die Stationen Gera-Langenberg und -Gessental sowie Schüptitz, Loitsch und Hohenleuben.
Beim Straßenverkehr werden Neu- und Ausbaumaßnahmen trotz des enormen Bevölkerungsrückganges und des demographischen Wandels (der auch ein verändertes Verkehrsverhalten mit sich bringt) nach wie vor mit Prognosen begründet, die eine stetige Zunahme des Verkehrs erwarten. Trotz steigender Energiepreise und Klimawandel wird dies weder hinterfragt, noch werden alternative Lösungsmöglichkeiten ins Spiel gebracht. Dazu könnte nämlich auch ein gut ausgebauter und attraktiver Schienenverkehr gehören: Doch dort wird stets von der aktuellen Auslastung ausgegangen. Erscheint diese zu gering, so wird das Angebot entsprechend "angepasst". Aus wirtschaftlichen Gründen findet vor allem im Schienenpersonennahverkehr der Rückzug aus der Fläche statt, während an anderer Stelle Milliardenbeträge investiert werden, um mit Hochgeschwindigkeitsstrecken der Bahn Fahrzeitgewinne von wenigen Minuten zu erreichen.
Mit der beabsichtigten Schließung der Stationen wird der Zugang zur Bahn (und damit auch zu den Fernverkehrsstrecken) für Fahrgäste erschwert oder verschlechtert. Sie müssen zusätzliche Wege in Kauf nehmen, die mit weiteren Kosten verbunden sind, und werden sich im Zweifelsfall gleich für ein anderes Verkehrsmittel entscheiden. Vor diesem Hintergrund ist es nach Auffassung der Ortsgruppe Gera des VCD dringend erforderlich, die genannten Stationen zu erhalten und einen alltagstauglichen Fahrplan anzubieten, der beispielsweise auch den Ansprüchen von Berufspendlern entgegenkommt. Mit einem Halt aller 2 Stunden je Richtung (aktueller Fahrplan) kann davon wohl kaum die Rede sein.
Die VCD-Ortsgruppe forderte die Stadt Gera und den Landkreis Greiz in einem Schreiben vom 11.09.2008 auf, sich beim Freistaat Thüringen mit Nachdruck für eine Sicherung der Stationen einzusetzen und sich für ein attraktives
Fahrplanangebot zu engagieren.
Gera, am 11. September 2008
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