Flugverkehr: Folgen für Umwelt und Gesundheit

Flugzeug auf der Startbahn
Foto: © O.Fischer/ PIXELIO

Der Flugverkehr boomt und die CO2-Emissionen des Flugverkehrs wachsen rasant. In Deutschland haben sie sich zwischen 1990 und 2009 verdoppelt. Ein weiterer Anstieg wird prognostiziert. Setzt sich das weltweite Wachstum des Flugverkehrs fort, wird das mögliche Klimaschutzerfolge in anderen Bereichen zu Nichte machen. Deshalb engagiert sich der VCD für eine Verringerung der Klimabelastungen durch den Flugverkehr.

Der Flugverkehr ist seit Beginn des Jahres 2012 in den EU-weiten Emissionshandel einbezogen. Im März 2013 beschloss die EU nun allerdings, internationale Flüge für das Jahr 2012 rückwirkend aus dem System auszunehmen. Damit galt der Emissionshandel in diesem Jahr nur für Flüge innerhalb der EU. Die Begründung: die UN-Organisation ICAO versuchte bis Oktober 2013, ein international tragfähiges Abkommen zum Thema Flugverkehr auf den Weg zu bringen. Die ICAO-Beschlüsse sind jedoch unzureichend. Momentan wird die Einbeziehung des Flugverkehrs in den Emissionshandel erneut überarbeitet.

Steuern und Abgaben im Luftverkehr

Die am 1. Januar 2011 eingeführte Luftverkehrsteuer für gewerbliche Passagierflüge betrachtet der VCD als ersten Schritt in die richtige Richtung. Auf Starts in Deutschland werden je nach der Entfernung der Flugstrecke zum Zielflughafen 7,50 Euro, 23,43 Euro oder 42,18 Euro erhoben. Mit der Steuer wird der Luftfahrtindustrie eine Milliarde Euro ihres Steuerprivilegs genommen. Bis zur Gleichheit der Wettbewerbsbedingungen im Verkehrsmarkt ist aber noch eine weite Strecke zurückzulegen.

Um faire Wettbewerbsbedingungen zwischen den Verkehrsträgern zu erreichen, fordert der VCD die Besteuerung von Kerosin. Die Kerosinsteuer wird einen starken ökonomischen Anreiz setzen, Kerosin einzusparen und vom Flugzeug auf klimafreundlichere Verkehrsmittel − insbesondere die Bahn - umzusteigen.

Der VCD und das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) wollten dazu auch wissen, wie sehen es die Bürger und haben TNS Emnid beauftragt, hierzu das Stimmungsbild in der Bevölkerung abzufragen. Das zentrale Ergebnis: mehr als drei Viertel finden es nicht richtig, dass Fluggesellschaften keine Mineralölsteuer zahlen müssen. 70 Prozent fordern daher von der Bundesregierung, sich stärker für den Subventionsabbau einzusetzen. Die Ergebnisse sehen Sie in folgender Infografik:

Flugverkehr und Lärm

Der Flugverkehr belastet aber nicht nur das Klima, er verursacht auch erheblichen Lärm, von dem sich rund ein Viertel der Menschen in Deutschland belästigt fühlt. Ab einer bestimmten Alltagsbelastung drohen gesundheitliche Schäden durch Lärm, darüber hinaus wird die Lebensqualität Betroffener stark beeinträchtigt. Fluglärm verursacht außerdem enorme volkswirtschaftliche Schäden: Wertverfall von Häusern und Grundstücken fällt darunter ebenso wie die Belastung des allgemeinen Gesundheitssystems durch die Behandlung von fluglärmbedingten Krankheiten.

Bei dem in Deutschland allerorten anzutreffenden Ausbau der Flughäfen stehen die Erwartungen an Wachstum und Beschäftigung in krassem Missverhältnis zu den tatsächlichen Gegebenheiten. Die Flughafenbesitzer, häufig Bundesländer und Kommunen, erhoffen sich von den Flughäfen einen Schub für die wirtschaftliche Entwicklung ihrer Region und stecken Millionen in deren Erweiterung. Doch die Realität ist ernüchternd: Neben steigender Belastung der Anwohner mit Lärm und Schadstoffen bleibt die Zahl der neuen Stellen zumeist weit hinter den Erwartungen zurück. Viele Flughäfen lassen sich bei weitem nicht kostendeckend betreiben, dadurch werden die öffentlichen Haushalte dauerhaft belastet.

Der VCD fordert daher:

die Luftverkehrsteuer auszubauen

Kerosin zu besteuern

die Wirksamkeit des Emissionshandels im Luftverkehr wiederherzustellen

die EU-Umsatzsteuerbefreiung im grenzüberschreitenden Flugverkehr aufzuheben

die Subventionierung aller Flughäfen zu stoppen

ein einheitliches Nachtflugverbot für ganz Deutschland von 22 bis 6 Uhr einzuführen

eine starke Spreizung der Landegebühren nach Flugzeug-Lärmklasse

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