Der VCD sammelt Unterschriften gegen Riesen-Lkw
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Foto: Boll Logistik |
Als Mitglied der Allianz pro Schiene (ApS) unterstützt der VCD die Kampagne gegen die Einführung der sogenannten Gigaliner. Über die Zulassung dieser 25 Meter langen und bis zu 60 Tonnen schweren Monstertrucks wird derzeit diskutiert. Der VCD meint: Alles spricht gegen Monstertrucks. Denn sie gefährden den Verkehr, sind umweltschädlich und kommen die Steuerzahler teuer zu stehen.
Gefährlich: Bereits heute ist an jedem fünften Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang ein Lkw beteiligt. Es liegt auf der Hand, dass Unfälle desto gravierendere Folgen haben, je schwerer die Fahrzeuge sind. Davor warnt auch die Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST) in einer Studie über die Riesen-Lkw. Zudem behindern Monstertrucks durch ihre Länge den Verkehr: Sie machen Überholvorgänge unübersichtlich, sie haben längere Räumzeiten an Kreuzungen und Bahnübergängen, sie erhöhen das Unfallrisiko für alle Verkehrsteilnehmer.
Umweltschädlich: Mehr Fracht pro Lkw − das spart Lkw-Fahrten und CO2 und entlastet die Umwelt. Behauptet die Lkw-Lobby. Fakt ist aber, dass Monstertrucks zu mehr Straßenverkehr und zu mehr Umweltbelastungen führen. Denn wenn Gigaliner zugelassen würden, wird es zu einer Verkehrsverlagerung von der umweltfreundlicheren Schiene auf die Straße kommen, mit allen negativen Konsequenzen für Menschen und Umwelt. Gutachter rechnen damit, dass allein im Kombiverkehr bis zu 55 Prozent des Schienenverkehrs auf die Straße verlagert würden. Hunderttausende zusätzlicher Lkw-Fahrten auf deutschen Straßen wären die Folge − eine klimapolitische Katastrophe.
Teuer: Brücken, Tunnel, Leitplanken, Parkplätze, Bahnübergänge − unsere Straßen sind weder für 60-Tonner noch für 25-Meter-Kolosse ausgestattet. Die Infrastrukturkosten, die allein beim Ausbau von Brücken für Lkw über 40 Tonnen entstehen, schätzt das Bundesverkehrsministerium auf bis zu acht Milliarden Euro. Hinzu kommen Kosten für Reparaturen, die im gesamten Straßennetz
anfallen, wenn Gigaliner den Verschleiß beschleunigen. Wer zahlt? Natürlich die Steuerzahler.
Am 10. Oktober 2007 hat sich die Verkehrsministerkonferenz vorerst gegen die bundesweite Einführung der Riesenlaster ausgesprochen! Ebenso werden die laufenden Pilotversuche einzelner Bundesländer nicht ausgeweitet und sollen zum Jahresende auslaufen. Dies ist ein erster Erfolg, nicht aber das endgültige Aus für die Monstertrucks. Denn schon im Sommer 2008, wenn die EU-Studie zu Gigalinern vorliegen soll, wird das Thema erneut auf die Tagesordnung treten.
Der VCD wird sich zusammen mit den anderen Umweltverbänden und Bahngewerkschaften der Allianz pro Schiene auch weiterhin dafür einsetzen, die Einführung der verkehrs- und umweltpolitisch völlig unsinnigen Riesen-Lkw zu verhindern - auf bundesdeutscher wie europaweiter Ebene.
Alles über Monstertrucks und die Entwicklungen auf der europäischen Ebene finden Sie auf der Kampagnenwebsite.
Downloads
- Pressemitteilung des VCD zur Kampagne "Keine Monstertrucks!"
- Gemeinsame Stellungnahme der Allianz pro Schiene (385 kB) vom 9. November 2006
Protestaktion gegen Monstertrucks
Am 9. Oktober 2007 hat der VCD mit den anderen in der Allianz pro Schiene zusammengeschlossenen Verbänden vor dem Bundesverkehrsministerium gegen die Zulassung von Gigalinern protestiert. Mit Transparenten und Slogans machten die Aktivisten auf die Gefahren der Riesen-Lkw für Mensch und Umwelt aufmerksam. Die Gesamtlänge der Banner betrug 25,25 Meter, was den gigantischen Ausmaßen der umstrittenen Transportfahrzeuge entspricht.
„Zu gefährlich, zu umweltschädlich, zu teuer", fasste Michael Gehrmann, stellvertretender Vorsitzender der Allianz pro Schiene und VCD-Bundesvorsitzender, die Hauptargumente gegen die Zulassung der Gigaliner zusammen. "Egal ob 60-Tonner oder 40-Tonner - das Unfallrisiko der Monstertrucks ist durch längere Überholvorgänge, gefährliche Spurüberschreitungen beim Abbiegen und einen vergrößerten toten Winkel deutlich höher als beim normalen Lkw. Wir können das nicht zulassen, denn bereits heute ist die Gefahr, bei einem Straßenverkehrsunfall tödlich zu verunglücken, doppelt so hoch, wenn ein normaler Lkw beteiligt ist."
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Foto: Allianz pro Schiene |




