Güterverkehr

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Fast vier Milliarden Tonnen Güter werden inzwischen pro Jahr in Deutschland hin und her transportiert. Die Transportleistung aus Strecke multipliziert mit Gewicht, gemessen in Tonnenkilometern, ist in den letzten zehn Jahren um rund ein Drittel gewachsen − Tendenz weiter steigend. Der Straßenverkehr hat einen Anteil von 70 Prozent an dieser Transportleistung, auf die Eisenbahnen entfallen gut 16 und die Binnenschifffahrt rund 12 Prozent.
Der Gütertransport findet also überwiegend per Lkw auf der Straße statt. Das hat negative Folgen für Umwelt, Gesundheit und Lebensqualität. Denn der Lkw-Verkehr produziert Treibhausgase, auch gesundheitsschädliche Stickoxide und Rußpartikel kommen in großen Mengen aus den Auspuffen. Zusätzlich raubt krankmachender Lärm von vorbeidonnernden Schwerlastzügen vielen Menschen den erholsamen Schlaf. Außerdem treibt der Lastwagenverkehr die Instandhaltungskosten für Straßen und Brücken in die Höhe, denn ein einziger 40-Tonnen Lkw belastet den Straßenbelag so stark wie 60.000 Pkw.
Vor allem in Städten und Kommunen trägt der Güterverkehr erheblich zu den Luft- und Lärmbelastungen bei. Obwohl Lkw nur ein Zehntel des motorisierten Verkehrs in der Stadt ausmachen, sind sie für den Großteil der schädlichen Feinstaub- und Stickoxidbelastungen verantwortlich.
Um den negativen Konsequenzen des Güterverkehrs für Mensch und Natur Herr zu werden, ist aus Sicht des VCD dringend ein Kurswechsel in der Verkehrspolitik geboten. An erster Stelle muss das Ziel stehen, unsinnige Transporte zu vermeiden und Transportwege zu verkürzen. Dazu können Instrumente die wie Lkw-Maut oder die Ökosteuer beitragen, die mehr Kostenwahrheit in den Verkehr bringen. Das zweite Stichwort heißt Verkehrsverlagerung: Gütertransporte müssen runter von der Straße und rauf auf die umweltschonendere Schiene - gegebenenfalls auch auf das Schiff. Deswegen spricht sich der VCD auch gegen die Einführung der bis zu 60 Tonnen schweren Riesen-Lkw aus, da sie das Gegenteil bewirken würden. Auch für den städtischen Güterverkehr sind Lösungen zur Reduzierung der negativen Belastungen erforderlich. Um mögliche Maßnahmen aufzuzeigen, hat der VCD das Projekt »Lkw-Kampagne« gestartet.
