Güterverkehr

LKWs auf der Autobahn
Foto: © Thomas Siepmann/ PIXELIO

Rund vier Milliarden Tonnen Güter werden pro Jahr in Deutschland hin und her transportiert − das sind rund 50 Tonnen pro EinwohnerIn. Mit heute 113 Milliarden Tonnenkilometer hat sich die Transportleistung im Güterverkehr in den letzten 25 Jahren mehr als verdoppelt. Mit dem Lkw werden mit Abstand die höchsten Gütermengen transportiert, sein Anteil am Modal Split betrug in 2011 73 Prozent. 18 Prozent der Gütermenge beförderte der Schienengüterverkehr und neun Prozent das Binnenschiff.

Ursache für die Zunahme des Güterverkehrs sind unter anderem die geänderten Produktionsabläufe. Gleichzeitig werden die Liefer- und Transportketten immer komplexer. So haben die einzelnen Komponenten und Bauteile eines Neuwagens bei Übergabe an die Kunden und Kundinnen bereits mehr Transportkilometer angesammelt als dieses Fahrzeug jemals erreichen wird. Bis ein Fruchtjoghurt im Kühlregal eines Supermarkts steht, haben Rohprodukt, Zutaten, Verpackung und Verteilung des Fertigproduktes schon insgesamt 8 000 km verursacht.

Der Transport von Gütern, speziell auf der Straße, hat negative Folgen für Umwelt, Gesundheit und Lebensqualität. Denn der Lkw-Verkehr produziert Treibhausgase, auch gesundheitsschädliche Stickoxide und Rußpartikel kommen in großen Mengen aus den Auspuffen.

Es geht darum, den Verkehr wieder auf den ursprünglichen Zweck zu reduzieren: zielgerichtet mobil zu sein. Das gilt für Menschen und Güter gleichermaßen. Das setzt allerdings einen Wertewandel und ein neues Bewusstsein von Lebensqualität voraus, in dem andere Prioritäten gesetzt werden, als Güter aller Art um die Welt zu bewegen.

Aus Sicht des VCD ist ein Kurswechsel in der Verkehrspolitik dringend nötig. An erster Stelle muss das Ziel stehen, unsinnige Transporte zu vermeiden und Transportwege zu verkürzen. Dazu können Instrumente wie die Lkw-Maut oder die Ökosteuer beitragen, die mehr Kostenwahrheit in den Verkehr bringen. Das zweite Stichwort heißt Verkehrsverlagerung: Gütertransporte müssen runter von der Straße und rauf auf die umweltschonendere Schiene - gegebenenfalls auch auf das Schiff. Deswegen spricht sich der VCD auch gegen die Einführung der bis zu 60 Tonnen schweren Gigaliner aus, da sie das Gegenteil bewirken würden. Auch für den städtischen Güterverkehr sind Lösungen zur Reduzierung der negativen Belastungen erforderlich. Um mögliche Maßnahmen aufzuzeigen, hat der VCD das Projekt »Lkw-Kampagne« gestartet.

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