(c) vzbv, M. Gloger

... für den ÖPNV

Viele Verkehrsunternehmen berücksichtigen bereits die Bedürfnisse von Kindern und Familien und schaffen dadurch ein attraktives Nahverkehrsangebot. Dazu gehören z.B. Reisebegleitungen für Kinder, Wickelmöglichkeiten an U-Bahnstationen, Familien-plus-Karten oder die kostenlose Fahrt mit Bussen und Bahnen für Kinder unter sechs Jahren …



So kann es gehen...

Familienbus (Erlensee)

Familienbus Erlensee
(c) KVG Main-Kinzig mbH

Verantwortlich: Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig mbH

Beschreibung: Der Familienbus Erlensee richtet sich an Eltern und Senioren; er nimmt auf den demographischen Wandel Bezug und möchte neue Kundenkreise erschließen. Das Angebot wurde in enger Abstimmung mit der Gemeinde so konzipiert, dass die für diese Zielgruppen zentralen öffentlichen und privaten Einrichtungen angefahren werden. Bedient werden feste Haltestellenorte mit einem festen Fahrplan. Die Kunden können den Bus auf seinem Linienweg allerdings per Handzeichen stoppen und auch zwischen den Haltestellen einsteigen. Dies gilt auch für den Ausstieg.
Mit dem Familienbus werden neue Wohngebiete für den Öffentlichen Verkehr erschlossen. Auch deshalb wird ein kleiner Bus eingesetzt, denn dieser kann schmale und enge Wohnstraßen befahren. Zudem wurde bei der Anschaffung auf den Treibstoffausstoß geachtet. Der Bus ist mit Comic-Figuren gestaltet, die ein lokaler Zeichner entwickelt hat. Sie dienen der Erkennbarkeit und Identifikation mit dem Bus.
Gegenüber dem Verbundtarif des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) gilt ein günstigerer Tarif. Zu zahlen sind 1 € für die Einzelfahrt und 2,50 € für die Tageskarte. Verbundkunden mit Zeitkarten können den Bus ebenfalls ohne Aufpreis nutzen.

Ergebnisse: Die Fahrgastzahlen haben sich auf ca. 700 Fahrgäste im Monat eingependelt. Das entspricht einer Kostendeckung von ungefähr 14%. Deshalb sind weitere Schritte geplant, um das Angebot erneut zu bewerben.
Die durchgeführte Fahrgastbefragung hat ergeben, dass die Befragten durch den Bus öfter in der Gemeinde unterwegs sind. Diese Teilhabe und damit Busnutzung setzt aber geräumte Fußwege im Winter voraus.

Das Angebot wird zum Frühjahr 2012 in einer weiteren Gemeinde angeboten.

Kosten für die Projektumsetzung: ca. 100.000 im Einführungsjahr (Busbeschaffung, Haltestellenausrüstung, Betriebskosten, Marketing) und ca. 60.000 in den Folgejahren (ohne Marketing)

Kooperationspartner: Integriertes Mobilitäts- und Verkehrsmanagement Region Frankfurt RheinMain (Fahrgastbefragung)

Laufzeit: seit März 2010

weitere Informationen: Volker Rahm (Geschäftsführer), E-Mail: v.rahm(at)kvg-main-kinzig.de; Sonja Landschreiber (Prokuristin), E-Mail: s.landschreiber(at)kvg-main-kinzig.de

Bündnisbus (Dienheim)

Bündnisbus Dienheim
(c) H. Bräumer

Verantwortlich: Lokales Bündnis für Familien - Dien»Heim für Familien«

Beschreibung: Das Bündnis möchte gemeinsam mit Schulen und Vereinen ein umfangreiches Betreuungsangebot am Nachmittag und in den Ferien für Kinder anbieten. Da das Einzugsgebiet der Verbandsgemeinde sehr groß ist, wurde ein Fahrservice eingerichtet, damit die Kinder an den Freizeitangeboten teilnehmen können und der Fahraufwand der Eltern vermindert wird.

Ergebnisse: Das Angebot wird sehr gut angenommen, sodass der Bus ständig ausgelastet ist und erweitert werden könnte. Der Fahrservice kommt vielen Seiten zugute: Den teilnehmenden Kindern, den Eltern, da ihr Organisations- und Zeitaufwand für den Hol- und Bringservice entfällt und den Freizeit- und Ferienangeboten, die dadurch besser besucht sind.

Kosten: Der Bus wurde dem Bündnis von einer Firma zur Verfügung gestellt, die sich den Bus über Werbung an dessen Außenflächen finanzieren lässt. Die Betriebskosten des Fahrzeugs sind in den Beiträgen der Freizeitangebote einberechnet.

Laufzeit: seit 2008

weitere Informationen: Hartmut Bräumer, E-Mail: braeumerhartmut(at)msn.com

Jugendbus (Melsungen)

Verantwortlich: Firma Jens Marggraf GmbH

Beschreibung: Mit dem JugendBus  haben Jugendliche aus Melsungen die Möglichkeit, zu Freizeiteinrichtungen im 25 Kilometer entfernten Kassel und zurück zu fahren.  Der JugendBus wird von der Firma Jens Marggraf GmbH betrieben. Er verkehrt zu festgelegten Zeiten jeweils freitags und samstags zweimal zwischen beiden Orten. Die Abfahrtszeiten am Abend bzw. in der Nacht und die Abfahrts- und Ankunftspunkte wurden gemeinsam mit Jugendvertreterinnen und -vertretern bestimmt. Auf dem Heimweg werden die Jugendlichen sogar bis zu ihrer Wohnadresse gefahren. Die Fahrt kostet für Hin- und Rückweg 9€, die einfache Fahrt 5€. Wer mitfahren möchte, muss sich aber zuvor telefonisch anmelden. Die Nachfrage entscheidet darüber, welches Fahrzeug für die Fahrten gewählt wird.

Der JugendBus wurde eingerichtet, da eine nächtliche Rückfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht möglich war. Daher mussten Eltern als Fahrdienst einspringen oder die jugendlichen Fahranfänger übernahmen selbst den nächtlichen Heimtransport ihrer  Freunde.

Ergebnisse: Das Angebot wird von den Jugendlichen gut angenommen. In den zurückliegenden Jahren haben jährlich bis zu 400 Jugendliche die Dienstleistung genutzt.

Laufzeit: seit 2006

Kooperationspartner: Förderverein für ein zukunftsfähiges Melsungen e.V.

Weitere Informationen: Jens Marggraf GmbH, E-Mail: info(at)marggraf-melsungen.de

Internet: www.marggraf-melsungen.de/jugendbus.htm

Wickelmöglichkeiten an U-Bahn-Stationen (Nürnberg)

(c) SÖR Nürnberg

Verantwortlich: Servicebetrieb Öffentlicher Raum (SÖR) der Stadt Nürnberg

Beschreibung: Eltern mit Kleinkindern stehen an vier zentralen U-Bahnhöfen sowie am Zentralen Omnibusbahnhof Wickelmöglichkeiten in Damentoiletten und an zwei Stationen auch zusätzlich in Herrentoiletten zur Verfügung, sodass in kleinen ‚Notfällen‘ eine Rückzugsmöglichkeit besteht.

weitere Informationen: www.vag.de > Mobilität für alle > Kids unterwegs > Baby an Bord

Familien-plus-Karte (Halle)

Verantwortlich: Hallesche Verkehrs-AG (HAVAG)

Beschreibung: Die Familien-plus-Karte ermöglicht es einer von vier möglichen Begleitpersonen ein halbes Jahr lang mit dem Baby kostenfrei auf allen Bus- und Straßenbahnlinien der HAVAG zu fahren. Gleich nach der Geburt erhalten die Eltern eine "Neugeborenenmappe" der Stadt Halle mit einem Gutschein für ein „Mobilpaket” der HAVAG, der im Kranken- oder Geburtshaus eingelöst werden kann. Dieses Mobilpaket enthält neben der Familien-plus-Karte weitere Informationen zur Mobilität für junge Familien mit dem ÖPNV in Halle.

Ergebnisse: Das Angebot der Familien-plus-Karte wird laut HAVAG sehr gut angenommen. Seit der Einführung des Angebots sind über 5000 Familien-plus-Karten über die Geburtsstationen oder Geburtshäuser an junge Eltern in Halle ausgegeben worden. Eine exakte Evaluierung des veränderten Verkehrsverhaltens erfolgte bisher nicht. Jedoch kann die HAVAG eine verstärkte Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel dieser Zielgruppe beobachten, die auch über den Angebotszeitraum von 6 Monaten hinaus geht.

Laufzeit: seit Mai 2007

weitere Informationen: HAVAG

 

Seit dem 01.August 2011 haben die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) für Mütter oder Väter mit einem Neugeborenen ein ähnliches Ticketangebot.

www.lvb.de

Tickets für Kinder (Bielefeld und Region)

Kinderticket von moBiel
(c) moBiel

Beschreibung: In Bielefeld und Region fahren Kinder unter 6 Jahren in Bussen & Bahnen kostenlos. Da Kinder gern ein eigenes Ticket in den Entwerter stecken möchten, wurde für sie eigens ein kostenlos erhältliches und vom Fahr- und Kontrollpersonal sowie von Sicherheits- und Serviceteams verteiltes Kinderticket entwickelt. Kinder freuen sich darüber, gleichzeitig gewöhnen sie sich an den Umgang mit Tickets und an die Mobilität mit dem Nahverkehr.

Ergebnisse: Die Nachfrage nach den Kindertickets ist sehr hoch − bis Mai 2011 wurden etwa 60.000 Stück verteilt − sodass sie auch zukünftig ausgegeben werden.

Laufzeit: seit 2008

Kosten: Die Kosten für die Gestaltung der Tickets lagen bei unter 1.000 Euro. Dazu kamen die Druckkosten.

Weitere Informationen: moBiel GmbH, Gerhard Kutziewski (Kundenbetreuung), E-Mail: info(at)moBiel.de

Internet: www.moBiel.de

Reisebegleitung (Stuttgart)

(c) Mobile BM Stuttgart

Zielgruppe: Kinder ab ca. 6 Jahren, Senioren und anderweitig hilfsbedürftige Personen.

Beschreibung des Projekts: Die Begleitung vom Start- zum Zielbahnhof übernehmen ehrenamtlich tätige ReisebegleiterInnen der Bahnhofsmission. Das kostenlose Angebot gilt innerhalb des Regionalverkehrs von Baden-Württemberg. Voraussetzung ist eine Anmeldung mindestens eine Woche vor der Fahrt.

Ergebnisse: Die Reisebegleitung wird von vielen Eltern regelmäßig für ihre Kinder nachgefragt. Das Projekt ist darüber hinaus für andere hilfsbedürftige Personen offen. So werden z.B. Sehbehinderte oder ältere Menschen mit Orientierungsschwächen begleitet.
Die Nachfrage nach dem Begleitangebot nimmt zu.

Kosten für die Umsetzung: Die Begleitfahrten sind, abgesehen von der Fahrkarte für die begleitete Personen, kostenlos. Die Umsetzung wird durch das ehrenamtliche Engagement der Reisebegleiter ermöglicht. Die Caritas und die Bahnhofsmission Stuttgart stellen einen Koordinator zur Verfügung und sichern die Qualität der Reisebegleiter durch Schulungen und Fortbildungen.
Dieses Angebot wird durch die Unterstützung der Caritas der Region Stuttgart, DB Station & Service AG, DB Regio, Verband Region Stuttgart, verschiedene Verkehrsverbünde in Baden-Württemberg und freiwillige Spenden möglich.

Start des Projektes: 2009

Ansprechpartner: KoordinatorIn des Programms „Du reist nicht allein” / Mobile Bahnhofsmission bei der Bahnhofsmission Stuttgart; stuttgart(at)bahnhofsmission.de

Weitere Informationen: www.vvs.de/unterwegs-im-raum-stuttgart/unterwegs/du-reist-nicht-allein/

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