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11.07.2012 Alter: 343 Tage
Kategorie: Auto & Umwelt

EU-Kommission veröffentlicht Vorschlag für neue Pkw-Verbrauchsgrenzwerte

VCD begrüßt weitere Verbrauchsminderung, fordert aber ambitioniertere Vorgaben


Berlin, 11. Juli 2012. In Brüssel hat die EU-Kommission heute ihren Vorschlag für eine weitere Verbrauchsreduzierung von Pkw vorgestellt. Danach sollen neue Pkw ab 2020 im Schnitt maximal 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Der ökologische Verkehrsclub VCD begrüßt die Fortschreibung der bereits geltenden CO2-Grenzwerte für 2015 von 130 g/km.

Kerstin Meyer, VCD-Verkehrsreferentin: „Von den neuen Vorgaben profitieren nicht nur die Umwelt sondern auch ganz entscheidend die Verbraucher. Neben der Verringerung des CO2-Ausstoßes auf der Straße sinken die Kosten für das Tanken.” Seit 2007, als die EU-Kommission erstmals die derzeit geltenden Vorgaben diskutierte, sind die CO2-Emissionen von Neuwagen in der EU um fast vier Prozent pro Jahr gesunken. Das zeigt, so Kerstin Meyer: „Verbrauchsgrenzwerte sind eine der effektivsten Maßnahmen, um den Spritverbrauch von Pkw zu verringern”.

Allerdings bemängelt der VCD, dass die heute vorgestellten Vorgaben nicht weitreichend genug sind. Außerdem lässt die EU-Kommission eine Grenzwertvorgabe für das Jahr 2025 vermissen.

Gerd Lottsiepen, verkehrspolitsicher Sprecher des VCD: „Die Zielvorgabe von 95 g/km ist wenig ambitioniert. Schon heute erfüllen zahlreiche Fahrzeugmodelle mit konventionellen Spritspartechnologien diesen Wert. Um die Marktdurchdringung besonders sparsamer Autos zu beschleunigen ist es daher unabdingbar, das für das Jahr 2020 anvisierte Ziel auf 80 Gramm zu verschärfen.”

Ein CO2-Grenzwert von 80 g/km entspricht in etwa einem Benzinverbrauch von 3,4 Liter Benzin bzw. 3,1 Liter Diesel pro 100 km. Autofahrer und Autofahrerinnen würden entsprechend den durchschnittlichen Fahrleistungen des Jahres 2010 und einem angenommenen Kraftstoffpreis von zwei € pro Liter weit über 500 € pro Jahr sparen. Darüber hinaus macht es aus Gründen der Planungssicherheit und langfristiger Anreize zur Entwicklung sparsamer Autos Sinn, bereits jetzt einen Grenzwert von 60 g/km für das Jahr 2025 zu formulieren.  Dies schafft zusätzliche Hightech-Arbeitsplätze in der Auto- und Zulieferindustrie.

Leider enthält der EU-Vorschlag die Möglichkeit einer Mehrfachanrechnung von Elektroautos. Nach Plänen der EU-Kommission soll jedes dieser Fahrzeuge als 1,3 Fahrzeuge gezählt werden. Dabei werden batterieelektrische Fahrzeuge als Null-Emissionsfahrzeuge gerechnet. Das heißt, jedes verkaufte Elektroauto verwäscht die Zielsetzung für den CO2-Ausstoß von herkömmlichen Benzinern oder Dieseln übermäßig. Damit wird das das Gesamtziel aufgeweicht.

„Wir lehnen die Mehrfachanrechnung von Elektroautos ab, weil Hersteller damit ihre Emissionsbilanz schönrechnen können. Das bedeutet in der Praxis, dass die Hersteller mehr Spritschlucker verkaufen dürfen”, betont Lottsiepen.”

„Anstatt zu jammern sollten die deutschen Hersteller ihr technologisches Know-How ausspielen. Angesichts steigender Verkaufszahlen und Rekordgewinne sind die Kassen für die Entwicklung spritsparender Autos gut gefüllt. Die Politik darf im anstehenden Entscheidungsprozess zwischen Mitgliedsstaaten und Europaparlament nicht noch einmal auf die paradoxen  Argumente der Industrie hereinfallen”, so Lottsiepen.

Für Rückfragen: Anja Smetanin, VCD-Pressesprecherin • Fon 030/280351-12 • presse@vcd.org


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Anja Smetanin, VCD-Pressesprecherin

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