Lärmwirkung

Autolärm
Foto: pixelio.de, M.Hirschka

Es gibt eine Vielzahl von Geräuschen, die das Leben bunt und angenehm machen. Sie wirken sich in vielfältiger Weise auf unser Wohlbefinden aus. So dienen manche davon der Entspannung: An einem plätschernden Bach kann man wunderbar die Seele baumeln lassen. Sie können jedoch auch unser Wohlbefinden stark beeinträchtigen. Wann ein Geräusch als störend und damit als Lärm empfunden wird, hängt von der subjektiven Wahrnehmung ab. Dennoch gibt es erkennbare Krankheitsbilder, die durch ständige Lärmeinwirkung hervorgerufen werden. Ein für die Gesundheit verträglicher Geräuschpegel liegt bei 55 Dezibel(A), Auswirkungen auf die Gesundheit sind ab einem Tagesmittelwert von 65 dB(A) feststellbar und eine Dauerschallbelastung ab einer Lautstärke von 85 dB(A) reicht aus, um die feinen Hörzellen des Ohres dauerhaft zu zerstören. Zum Vergleich: In einer ruhigen Wohnstraße liegt die Lautstärke bei 40 dB(A), ein PKW mit 50 km/h erreicht bereits einen Wert um 70 dB(A). Eine Studie des Umweltbundesamtes ergab, dass das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, bei Männern um etwa 30 Prozent steigt, falls sie längere Zeit in Gebieten mit hohem Verkehrslärm wohnen. Die Liste der Gesundheitsrisiken umfasst neben Gehörschäden und Herz-Kreislauf-Erkrankungen auch Schlafstörungen und Depressionen.

Lärmstufe Geräuschart Lautstärke Geräuschempfinden
I
30-65 dB(A)
Psychische
Reaktion

Ticken einer leisen Uhr, feiner Landregen, Flüstern

30 dB(A)

Sehr leise

Kühlschrankbrummen, ruhige Wohnstraße

40 dB(A)

Ziemlich leise

Leise Radiomusik, üblicher Tagespegel im Wohnbereich

50 dB(A)

Normal

Unterhaltungssprache in 1 m Abstand, Bürolärm

60 dB(A)

Normal bis laut

II
65-90 dB(A)
Physiologische Reaktion

Laute Unterhaltung, Rufen, Pkw in 10 Meter Abstand, Rasenmäher

70 dB(A)

Laut bis sehr laut

Straßenlärm bei starkem Verkehr, max. Sprechlautstärke

80 dB(A)

Sehr laut

III

90-120 dB(A) Gehörschaden, Ohrschmerz

Laute Fabrikhalle, Lkw-Fahrgeräusch in 5 Meter Abstand

90 dB(A)

Sehr laut

Autohupen in 7 Meter Abstand, Kreissäge, Posaunenorchester

100 dB(A)

Sehr laut bis
unerträglich

Laute Diskothek, Rockkonzert, Bohrmaschine

110 dB(A)

Sehr laut bis
unerträglich

Flugzeugtriebwerk

120 dB(A)

Unerträglich bis
schmerzhaft

Düsenjäger, MP3-Player

130 dB(A)

Schmerzschwelle

Die sozialen Probleme, die durch Lärm verursacht werden, finden ebenfalls kaum Gehör. Da der Lärmpegel den Mietpreis entscheidend beeinflusst, ist es eine Frage des Geldes, wie laut oder wie ruhig man wohnt. Das führt dazu, dass finanziell schlechter gestellte Bevölkerungsgruppen sich zunehmend in lauten Wohngebieten konzentrieren, während sozial besser gestellte Schichten in ruhigere Wohngebiete ausweichen. Fragen der gesellschaftlichen Verteilung von Lärmbelastungen müssen daher stärker in die Bewertungsmaßstäbe und die Planung von Maßnahmen zum Lärmschutz einbezogen werden.

Darüber hinaus verursacht Verkehrslärm wirtschaftliche Schäden. Während der wirtschaftliche Nutzen lärmender Anlagen, Flughäfen oder Autobahnen gepriesen wird, fallen deren Lärmfolgekosten unter den Tisch. Es wurde berechnet, dass der Straßenverkehrslärm 2005 Kosten von über neun Milliarden Euro in Deutschland verursacht hat. Sie entstehen durch die Wertminderung von Häusern und Grundstücken, Produktionsausfällen durch Krankheit oder Lärmstress, Umsatzeinbußen im Tourismus, Schallschutzmaßnahmen und Arztkosten.

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Verkehrslärm

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