A 38 Friedland (bei Göttingen) - Halle (Saale)

 

Die „Südharzautobahn"

 

 

Eines der für Rot-Grün unantastbaren „Verkehrsprojekte Deutsche Einheit" ist die „Südharzautobahn" von Friedland nach Halle. In Niedersachsen wird derzeit die Anschlussstelle Friedland der A 7 zum Autobahndreieck ausgebaut, anschließend wird die B 524 erweitert.
Die Leineaue wird auf neuer Trasse gequert. Warum dieser Bereich nicht als FFH-Schutzgebiet gemeldet wurde, darüber streiten sich Niedersachsen und der Bund. Nachgeholt wird es vermutlich nicht mehr ...
 

Die Landesgrenze nach Thüringen wird zum Lärm- und Landschaftsschutz untertunnelt (Je nach Quelle „Pferdebergtunnel" oder „Heidkopftunnel", gerne auch „Tunnel der Deutschen Einheit” ca. 1700 m). Von hier aus bis kurz vor Halle durchquert das Projekt eine dünn besiedelte und damit auch ökologisch wertvolle Landschaft. Nach dem Niedergang der Kaliförderung (Bischofferode, Sollstedt, Bleicherode) und des Kupferbergbaus (Sangerhausen, Mansfeld) erhoffen sich viele Leute Wunder von der Autobahn als letzten Hoffnung - nur mehr als die vollerschlossenen Wiesen mit zukünftigen Autobahnanschluss kann man den Investoren nicht bieten. Ob das reicht?
 

Auf der parallelen B 80 verkehren je nach Abschnitt 3 000 bis 10 000 Fahrzeuge am Tag, einschließlich Kurzstreckenverkehr. Das reicht andernorts nicht einmal für Ortsumfahrungen.
 

Auf einem bereits eröffneten Abschnitt bei Worbis landete im Dezember 2001 versehentlich ein Sportflugzeug. Die Ermittlungen wegen Gefährdung des Straßenverkehrs wurden eingestellt: Es war eindeutig kein Straßenverkehr vorhanden, der gefährdet werden konnte.

 

Zusammen mit der A 7 (Friedland - Kassel) und A 44 (Kassel - Dortmund) soll eine weitere Transitstrecke Berlin - Ruhr die A 2 entlasten, zudem soll die Verbindung Dresden - Leipzig - Ruhr verkürzt werden. Allerdings wird auch die A 2 bekanntlich ausgebaut, auch die Verlängerung der A 44 (Kassel - Eisenach) wird mit der Verkürzung des Weges Dresden - Ruhr begründet.

Die A 38 erschließt auch die Raffinerie Leuna, bei deren Vergabe durch die Kohl-Regierung Schmiergelder in Millionenhöhe geflossen sein sollen. Das Teilstück Leuna - Kreuz Rippachtal (A 9) wurde zur Förderung der Raffinerie als erstes gebaut und eröffnet.

 

Insgesamt sollen die Bauunternehmen mit der A 38 (westlich der A 9) einen Umsatz von 1,4 Mrd. Euro machen.

 

Als Anschluss aus Richtung Hannover an die „Südharzautobahn" ist ein autobahnartiger Neubau der B 243 (Seesen -) Herzberg - Nordhausen vorgesehen. Diese soll auch durch den Gipskarst im Kreis Osterode gebaut werden. Damit sind nicht nur erhebliche Naturzerstörungen verbunden: Da der Boden nicht gleichmäßig trägt, drohen beim Bau Überraschungen und damit Mehrkosten. Aber das übernimmt ja der Steuerzahler.

 

Pressemitteilung zum Baubeginn des „Tunnels der Deutschen Einheit”

 


 

VCD Kreisverband Südniedersachsen (Mail)
VCD Kreisverband Osterode (Harz)
VCD Landesverband Elbe-Saale (Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen)
Weitere VCD-Adressen

BI Leinebergland-Süd
Die A 38 in der Wikipedia

 

 

 

 

DB AG: Ausbau reduziert, Fernverkehr eingestellt

 

Die parallele Bahnlinie Eichenberg - Nordhausen - Halle wurde bereits ausgebaut. Die schon von der DDR begonnene Elektrifizierung wurde fortgeführt und der im Grenzbereich liegende Abschnitt Eichenberg - Arenshausen wieder aufgebaut. Der Standard wurde allerdings während der Bauarbeiten immer weiter abgesenkt. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt nur auf kurzen Abschnitten 120 km/h, meist jedoch 80 - 100 km/h. Die Einfahrt Eichenberg blieb eingleisig. Insgesamt wurden ca. 268 Mio. Euro in die Schiene investiert. Nicht wenig, aber deutlich weniger als bei der Autobahn.

 

Der 1993 eingeführte Interregioverkehr wurde bald wieder eingestellt: „Kein Bedarf". Seit der Fertigstellung hat sich der Zustand der Strecke Halle - Eichenberg bereits wieder deutlich verschlechtert, abschnittsweise herrscht Tempo 30.

 

Parallel zur geplanten B 243 n liegt die Bahnlinie Northeim - Nordhausen. Diese ist auch fast 15 Jahre nach Grenzöffnung nicht durchgehend saniert; die meisten „Erneuerungsarbeiten" führten zu einer Verringerung der Kapazität. Ob die für Dezember 2004 angekündigte Stillegung der Bahnlinie nach Bad Lauterberg mit der querenden B 243n zusammenhängt (eine Brücke weniger?), ist unklar.

 

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