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Planungen im
Bundesverkehrswegeplan:
Gleichbehandlung nicht erreicht!
Der Koalitionsvertrag auf Bundesebene sieht vor, gleiche
Finanzmittel für Schiene und Straße auszugeben. Dies ist keineswegs
ein ehrgeiziges Ziel; so hat die französische Regierung eine
20-Mrd-€-Investitionsprogramm aufgelegt, in dem nur noch ein Viertel
des Geldes „auf die Straße geworfen” werden soll, der Rest dient dem
Bahnfernverkehr. Auch die Programme aller Bundestagsparteien sehen
keine Bevorzugung der Straße vor.
Die
Realität ist in Deutschland insgesamt und in Niedersachsen besonders
leider eine andere. Die folgende Tabelle enthält die für
Niedersachsen vorgesehenen Investitionen in Neu- und Ausbau von
Schiene und Straße laut Kabinettsfassung des
Bundesverkehrswegeplans.
Niedersachsen im Bundesvergleich
Ein bisschen Statistik: Anteile
Niedersachsens an ...
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Schiene |
Straße |
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In Nieder-
sachsen |
Länderüber-
greifend mit
Anteil in
Nieder-
sachsen
(nicht nach Ländern aufge-
schlüsselt) |
Gesamt |
In Nieder-
sachsen |
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Laufend und fest disponiert |
511,5 Mio. |
0 |
511,5 Mio. |
1448,5 Mio. |
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Neue Vorhaben, vordring-
licher Bedarf |
1480,2 Mio.
(davon 1283,9 für Y-Trasse) |
1856,7 Mio. |
3336,9 Mio. |
2555,0 Mio. |
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Weiterer Bedarf |
246,5 Mio. |
802,2 Mio. |
1048,7 Mio. |
3778,4 Mio. |
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Gesamt |
2238,2 Mio. |
2658,9 Mio. |
4897,1 Mio. |
7781,9 Mio. |
*alle Beträge in Euro (€)
Der von Rot-Grün behauptete Gleichstand von Straße und Schiene
gelingt bundesweit nur mit einigen Tricks. So wurden auf der
Seite der Schiene auch Fördermittel des Bundes für Maßnahmen der
Länder und Kommunen eingerechnet. Auf Seite der Straße wurden
nur die Bauten des Bundes berücksichtigt. Während der Bund ca.
90 % der Schienenwege verwaltet, ist das Straßennetz überwiegend
in kommunaler Hand. Mehr dazu in der
Stellungnahme des VCD Bundesverbandes zum
Bundesverkehrswegeplan.
Der Bahnetat ist auf prestigeträchtige Großprojekte
konzentriert. Von den bundesweit 15,2 Mrd. € für „laufende und
fest disponierte Vorhaben" ab 2002 entfallen alleine 5,2 Mrd. €
auf den umstrittenen „Thüringer-Wald-ICE"
Leipzig/Halle—Erfurt—Nürnberg. Sollte dieses Projekt teurer
werden (Schätzungen liegen zwischen 7 und 8 Milliarden), geht
dies zu Lasten anderer Schienenprojekte, auch in Niedersachsen.
Bei den neuen Vorhaben sind 15,9 Mrd. € angesetzt, von denen
aber schon 6,8 Mrd. € auf die ICE-Strecken Fulda—Frankfurt,
Frankfurt—Mannheim und Karlsruhe—Basel entfallen. Für kleinere
und mittlere Projekte bleibt da zu wenig übrig.
Selbst diese Ansätze werden aber traditionell nur bei der Straße
voll umgesetzt. Der Verkehrswegeplan und die daraus abgeleiteten
Ausbaugesetze sind eine Bedarfsfeststellung, ein Gesetz, dass
völlig unabhängig von Fakten die Notwendigkeit von Projekten
rechtsgültig festschreiben soll. Darüber, welche Projekte wann
geplant und gebaut werden, wird aber erst im Rahmen des
Haushaltsplanes entschieden. Sowohl der aktuelle Haushalt 2005
als auch die mittelfristige Finanzplanung sehen ein noch
deutlich höheres Ungleichgewicht zu Lasten der Schiene vor als
der Verkehrswegeplan; demnach fallen die Schienenmittel von Jahr
zu Jahr. Damit können auf absehbare Zeit keine nennenswerten
Schienenprojekte aus dem BVWP in Niedersachsen mehr begonnen
werden.
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