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Hohe Kosten
Straßenbau ist modisch. Kaum eine Gemeinde, in
der keine (weitere) Umfahrung gefordert wird, kaum eine Region, in
der nicht der Ruf nach einer (weiteren) Autobahn ertönt.
Baulobbyisten und Spediteure versprechen die Erlösung von (fast)
allen verkehrlichen, strukturellen und wirtschaftlichen Problemen;
oft sekundiert von Provinzpolitikern und Teilen der Medien.
Bau oder Grundsanierung
2002 wurden in Deutschland 193 km Autobahn für 1916 Mio. €
fertig (Auflistung
des
Verkehrsministeriums),
Für 2004 / 2005 wurde nur eine allgemeinere
Übersicht veröffentlicht (aus der Angabe „über 5 Mrd. €”
lassen sich mindestens 7 Mio. €/km schließen).
Unterhaltungsaufwand
Nach der Fertigstellung fallen dauerhaft Unterhaltungskosten
(Reinigung, kleinere Reparaturen, Notrufeinrichtungen, ggf.
Beleuchtung, ...) an; die niedersächsischen Autobahnen
kosten dabei über 90 Mio. DM im Jahr (Aussage
des
niedersächsischen Wirtschaftsministeriums), also ca.
35 000 €/km.
Vergleich mit
Bahnausbauten
Ein Vergleich zwischen Straßen-
und Schienenbauten ist schwierig:
Die Bahn hat auf den meisten Strecken freie Kapazitäten,
viele regionale Bahnen können auf vorhandener Trasse
aufgewertet werden. Daher kann bei der Bahn meist ausgebaut
werden, wo die Straße einen Neubau braucht. Erhebliche
Verkehrsmengen könnten ohne jeden Ausbau auf das derzeitige
Netz verlagert werden.
Als Alternative zu den Autobahnneubauten in
„strukturschwachen Gebieten" wären keine teuren ICE-Strecken
(Hannover - Berlin: ca. 13 Mio. €/km) nötig, sondern
„normale" Hauptbahnen für 120-160 km/h. Der faktische Neubau
der Strecke Uelzen - Stendal (160 km/h, elektrifiziert,
abschnittsweise zweigleisig) kostet 471 Mio. €
(Sachstandsbericht zu den Verkehrsprojekten deutsche
Einheit), also 4,2 Mio. €/km.
Zwei abgeschlossene niedersächsische Bahnausbauten: Die
Bahnstrecke Osnabrück - Oldenburg wurde für 17,74 Mio. €
saniert. Das sind 0,15 Mio. €/km oder 3 km Autobahn. |
das
sind etwa 9,9 Mio. € pro Kilometer.
Landes-
und Kommunalpolitiker behaupten gerne, dass ja der Bund
zahlt und „Wir" entweder die Autobahn oder gar nichts
kriegen. Aber: Auch der Bund muss natürlich sinnvoll mit
seinen (unseren!) Geldern umgehen, und nicht jedes
„Geschenk" ist eine Freude. Der Bund achtet auf eine
halbwegs gleichmäßige regionale Verteilung seines
Engagements („Königsteiner Schlüssel"). Ist irgendwo ein
teures Projekt im Bau, werden weitere Wünsche kaum noch
berücksichtigt, seien es andere Verkehrsmaßnahmen oder
Standortentscheidungen von Behörden: „Ihr kriegt doch schon
die Autobahn!”. 