Erste Schritte für eine umweltfreundlichere Verkehrspolitik auf den Weg gebrach

 


Pressemitteilung 06/2000 vom 11.02.2000

Renaissance des Schienenverkehrs beginnt jetzt auch in Niedersachsen

Landesverbände Bremen und Niedersachsen blicken auf erfolgreiches Jahr 1999 zurück 11.02.2000
Bremen. Auf ein erfolgreiches Jahr blicken die beiden Landesverbände Bremen und Niedersachsen des Verkehrsclub Deutschland (VCD) zurück. Beide Organisationen halten an diesem Wochenende in Bremen ihre Jahreshauptversammlungen ab. Höhepunkt für die Teilnehmer ist unter anderem eine Besichtigung der neuen Straßenbahnlinie zur Universität.

Als wesentliche Erfolge auch ihrer Verbandsarbeit bezeichnen die beiden Verbände den Verzicht auf den umstrittenen Transrapid. Für den VCD steht fest, dass nun bereitstehende finanzielle Mittel für Ausbau des Schienennetzes zur Verfügung gestellt werden müssten. Dazu zählen vor allem die “Amerika-Linie” von Bremen über Uelzen nach Berlin und der dreigleisige Ausbau der Verbindung von Bremen-Oslebshausen nach Bremen-Burg. Von diesen Maßnahmen würde nach VCD Angeben sowohl der Personen- als auch der Güterverkehr profitieren.

Eine klare Absage erteilt der VCD hingegen der sog. “Y”-Trasse, einer Hochgeschwindigkeitsbahntrasse von Bremen und Hamburg nach Hannover. Ein positives Beispiel für die Verbesserung des regionalen Schienenverkehrs bildet das VCD-Projekt “Die neue Moorbahn”. Zur EXPO verkehren nach einer langjährigen Kampagne des VCD zwischen Worpswede und Osterholz-Scharmbeck wieder Reisezüge im Regelverkehr.

Ein besonderes Augenmerk richten die beiden Landesorganisationen auf den zügigen Weiterbau der Straßenbahnlinie 4 nach Lilienthal. Zusammen mit der Neuen Moorbahn bildet die Linie 4 ein wichtiges Bindeglied zur Verringerung des Individualverkehrs. Die sog. “Hollerlandtrasse” lehnt der VCD hingegen ab.

Hoffnungen setzt der VCD auf die rasche Realisierung der Regionalstadtbahn. Direkte Verbindungen, etwa von Rotenburg oder Oyten in die Bremer City und darüber hinaus bis nach Nordenham oder Oldenburg, tragen einer modernen und tragfähigen Verkehrspolitik Rechnung. In Karlsruhe hat dieses Modell einen Fahrgastzuwachs von bis zu 400% erreicht.

Nicht vergessen werden dürfe allerdings die Wiedereinführung der Straßenbahn in Bremerhaven. Ein entsprechendes Konzept hat der VCD bereits vorgelegt.

Der VCD begrüßt ferner die jüngst ins Leben gerufenen VBN-Nachtschwärmerlinien als einen Ansatz, sich endlich des ständig zunehmenden Freizeitverkehrs anzunehmen und Menschen zu ermöglichen, ihre Freizeit auch ohne eigenes Auto gestalten zu können.

Auf Niederachsen bezogen plädiert der VCD für einen raschen Ausstieg aus den Planungen für die Autobahnen A 20 (Umfahrung Hamburg) und A 38 (Göttingen –Halle). Beide Projekte wirken sich kontraproduktiv auf eine moderne und umweltfreundliche Verkehrspolitik aus. Den ständig zunehmenden Lkw-Verkehren möchte der VCD mit einer europaweiten Schwerlastverkehrsabgabe, nicht durch neue Straßen, nachhaltig begegnen.

Im niedersächsischen Schienennetz gelte es, weitere Lücken zwischen Ost- und Westdeutschland zu schließen. Zu den wichtigsten Verbindungen zählt der VCD die Linien Ludwigslust – Dannenberg – Uelzen, Jerxheim – Dedeleben (im Zuge der Strecke Braunschweig – Halberstadt) und Duderstadt – Teistungen.

Rückfragen: Michael Frömming  Tel. 0173 9330629
                     
Norbert Lippek  Tel. 0171 7851424 

 

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