Steigende Benzinpreise auch als Chance für bessere Verkehrspolitik begreifen
Pressemitteilung 30/2000 vom 08.06.2000 VCD: Gabriels Vorstoß zur höheren Kilometerpauschale löst Probleme nicht Hannover. “Ministerpräsident Gabriel unterläuft mit seiner Forderung nach einer höheren Kilometerpauschale die positiven Effekte der Ökosteuer. Niedersachsen hat den umweltfreundlichen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in der Fläche jahrelang ausbluten lassen. Nun steht Gabriel heute vor dem Dilemma , vielen Menschen keine greifbare Alternative zum eignen Pkw anbieten zu können.”, erklärt Michael Frömming, Landesvorsitzender des Verkehrsclubs Deutschland (VCD).
Nach Meinung des VCD solle
Gabriel die Chance der aktuellen Benzinpreis-Diskussion nutzen, jetzt
konkrete Projekte zur Umsetzung fortschrittlicher Mobilität vor allem
auch in der Fläche umzusetzen. Neben dem Ausbau des Bahn- und
Busverkehrs, der Förderung des Radverkehrs, z.B. durch Radwege und “Bike
& Ride”-Anlagen an den Bahnhöfen, könnte als erster konkreter Schritt
auch die Unterstützung von Fahrgemeinschaften erfolgen. “Weniger Autos
benötigen weniger Straßen und Parkflächen. Milliardenschwere
Straßeninvestitionen müssten angesichts der Entwicklung des Spritpreises
auf den Prüfstand gestellt werden. Das Geld benötigen wir für
Reaktivierungen von Zweigstrecken, höheren Taktfolgen im Nahverkehr,
attraktive Fahrzeiten und moderne Fahrzeuge.”, so Frömming. Über fehlende Geldquellen im Verkehrssektor mangelt es nach VCD-Angaben in Niedersachsen nicht. Das Land habe schließlich gerade 170 Mio. DM eigene Mittel für den Weiterbau der A 31 “Emslandspieß” zur Verfügung gestellt, ohne dass hierfür eine Zuständigkeit vorliegt. Mit dem gleichen Betrag hätten aber auch mehrere zur Zeit brachliegende Zweigstrecken für den umweltfreundlichen Schienenverkehr wieder ans Netz gehen können. Rückfragen: Michael Frömming, Tel. 0173 9330629
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