Hannover.
Kinder verunglücken weniger auf dem Schulweg als beim Spielen am
Nachmittag in der Nähe ihrer Wohnung. Darauf hat zum Beginn der
Sommerferien in Niedersachsen am kommenden Donnerstag der Verkehrsclub
Deutschland (VCD) hingewiesen. Zwar ist das Unfallrisiko vor Schulbeginn
ebenfalls beträchtlich, doch steigt nach Angaben des Statistischen
Bundesamtes die Zahl der verunglückten Fußgänger und Fahrradfahrer
zwischen sechs und fünfzehn Jahren nach Schulende beständig an. Die
meisten Kinderunfälle passieren zur Spielzeit zwischen 16 und 18 Uhr im
Umkreis von 500 Metern zur elterlichen Wohnung. Im Sommer ist die Zeit
zwischen 13 und 19 Uhr besonders unfallträchtig für Kinder auf dem Rad
oder zu Fuß.
Deshalb
bittet der VCD zum Beginn der Sommerferien alle Autofahrer: “Bitte
fahren Sie besonders vorsichtig. Kinder spielen jetzt verstärkt
draußen!” Der Umwelt- und Verbraucherverband betonte, dass Kinder von
ihrer Entwicklung her nicht in der Lage sind, sich “verkehrsgerecht” zu
verhalten. So sind Kinder nicht in der Lage, von rechts und links
kommende Fahrzeuge gleichzeitig zu erfassen. Aufgrund ihrer geringen
Körpergröße werden Kinder zwischen parkenden Autos oft von den
Autofahrern übersehen. Umgekehrt versperren parkende Autos Kindern den
freien Blick bei der Überquerung einer Strasse.
“Helfen Sie mit, das Leben unserer Kinder zu schützen!”, appelliert der
niedersächsische VCD-Landesvorsitzende Michael Frömming. “Und parken
Sie bitte nicht auf den Spielwege der Kinder. Der Nachwuchs hat ein
Recht darauf, draußen zu spielen und nicht in eingezäunten
Spielreservaten.” Europaweit sind deutsche Kinder durch den
Straßenverkehr am meisten gefährdet. 46.000 Kinder verunglücken jährlich
auf deutschen Straßen, fast 14.000 werden durch Unfälle schwer verletzt
und über 300 Kinder sterben.
Rückfragen: Michael Frömming, Tel. 0173 9330629