VCD: „Der InterRegio darf nicht sterben!“

 


Pressemitteilung 33/2000 vom 19.07.2000

Aus- statt Abbau von InterRegio-Angebot gefordert

Vorerst Entwarnung für Verbindungen von Hannover nach Bremen/Oldenburg und Hamburg

Hannover. „Der InterRegio darf nicht sterben!“ Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) kritisiert die Absicht der Deutschen Bahn (DB) AG, auch in Niedersachsen das Angebot im InterRegio-Verkehr auszudünnen. Städte wie Bad Harzburg, Cuxhaven, Wilhelmshaven oder Norddeich seien nach dem Willen des DB-Management zukünftig nur noch per Regionalzug erreichbar. „Die DB vergrault wissentlich weiter Fahrgäste, indem attraktive Direktverbindungen gekappt und die Reisenden zum lästigen Umsteigen gezwungen werden.“, bemängelt der niedersächsische VCD-Landesvorsitzende Michael Frömming.

„Die DB will ihren lästigen, bei den Kunden aber sehr beliebten InterRegio abstoßen, da er nach der Bahnreform nicht mehr ins Konzept passt. Statt den InterRegio als Bestandteil des eigenwirtschaftlichen Fernverkehrs zu nutzen und auszubauen, will die DB den Ländern diesen Zug aufdrücken und dafür Geld kassieren. Kein Wunder also, dass Bistro-Wagen ausfallen und seit Jahren keine Werbung mehr für diese Zuggattung an die Öffentlichkeit gelangt,“ erklärt Frömming. Nach VCD-Angaben versuche die DB, mit ihrer Strategie rund 300 Mio. DM von den Ländern für den Weiterbetrieb der Züge zu erhalten.

Dass die Länder vermutlich die benötigten Gelder aus dem Schienennahverkehr abziehen und so in diesem Bereich den weiteren Schrumpfprozess vorantreiben würden, ist für die DB nach VCD-Angaben offensichtlich unbedeutend. „Hier schneidet sich die DB aber ins eigene Fleisch“, so Frömming, „denn dass bei zukünftigen Ausschreibungen im Nahverkehr durch die Länder eher private Anbieter Leistungen der DB übernehmen, scheint angesichts der DB-Taktik eine klare Sache zu sein.“

Der VCD fordert für den InterRegio eine neue Chance. Kein Ab-, sondern ein Ausbau der Zugangebote auch in andere Landesteile müsse Ziel einer umweltfreundlichen Verkehrspolitik als Alternative zum anwachsenden Autoverkehr bleiben. „Und wenn die Deutsche Bahn AG sich nicht in der Lage sieht, ein ansprechendes Angebot zu liefern, sollten private oder ausländische Anbieter den InterRegio perspektivisch als Gesamtpaket übernehmen, einschließlich der verbleibenden lukrativen InterRegio-Linien, an denen die DB festhalten möchte“, so Frömming. Die InterRegios von Hannover nach Bremen/Oldenburg und nach Hamburg bleiben nach VCD-Recherchen von den Sparmaßnahmen vorerst nicht betroffen.

Rückfragen:   Michael Frömming, Tel. 0173 9330629

Hinweis: Sie erhalten ein 6-seitiges Hintergrundpapier – auch bezogen auf konkrete IR-Verbindungen – bei der Pressestelle des VCD-Bundesverbandes, Tel. 0228 98585-23 

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