Umweltverband bietet neuer Ministerin Gespräche an

 


Pressemitteilung 48/2000 vom 17.12.2000

Eisenbahnfernverkehr in Niedersachsen:
Hannover. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD), Landesverband Niederachsen ist zunehmend unzufrieden mit der Entwicklung der Eisenbahn-Politik der Landesregierung. „Einerseits lässt das Land den beliebten InterRegio relativ kommentarlos aufs Abstellgleis schieben, andererseits setzt Hannover auf utopische Projekte, wie die 4,15 Mrd. DM teure Y-Trasse von Hamburg und Bremen nach Hannover“, erklärt VCD-Landesvorsitzender Michael Frömming.

Der VCD appelliert an die neue Verkehrsministerin Dr. Susanne Knorre, für eine Kurskorrektur im eigenen Hause zu sorgen. Ziel müsse sein, eine nachhaltige Mobilität für möglichst viele Menschen im Lande umzusetzen. „Teure Hochgeschwindigkeits- trassen kann die DB ohnehin nicht mehr finanzieren. Selbst die jetzigen UMTS-Milliarden in die Schiene lindern gerade einmal die schlimmsten Versäumnisse jahrelanger Nichtinvestitionen in bestehende Bahntrassen.“, so Frömming. „Ein Ausstieg aus der umstrittenen Y-Trasse wäre ein mutiger und richtungsweisender Schritt für die neue Ministerin.“

Sehr enttäuscht zeigt sich der VCD über das bisherige Verhandlungsergebnis zum Erhalt der InterRegio-Züge in Niedersachsen. Der vorgesehene Einsatz von langsameren Regionalexpress-Zügen von Hannover nach Norddeich könne keinen Ersatz für die komfortablen InterRegios bieten. Die Abnabelung Wilhelmshavens vom Fernverkehr sei unakzeptabel. Völlig wirklichkeitsfremd hält Norbert Lippek, VCD-Landesvorsitzender aus Bremen, den Vorschlag, auf der Linie von Bremen nach Cuxhaven Busse statt InterRegios einzusetzen. „Das ist ein Placebo für Kommunalpolitiker. Derartige Konzepte nimmt kein Fernreisender ernsthaft wahr. Negativ verlaufende Beispiele aus Süddeutschland mit sog. InterRegio-Bussen in den achtziger Jahren haben dies klar veranschaulicht.“, gibt Lippek zu bedenken.

Der VCD-Niedersachsen hat der neuen Ministerin unterdessen seine Gesprächsbereitschaft signalisiert, um gemeinsam an einem besseren Schienenverkehrsangebot in Niedersachsen zu arbeiten.

Rückfragen:
Michael Frömming, Tel. 0173 9330629
Norbert Lippek, Tel. 0171 7851424

 

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