Hannover/ Nienburg. Der Verkehrsclub Deutschland
(VCD), Landesverband Niedersachsen, zieht am kommenden Wochenende
(22./23.02.) anlässlich seiner Jahreshauptversammlung in Nienburg eine
verkehrspolitische Bilanz der eigenen Tätigkeiten. Ferner befasst sich
der in Niedersachsen 7.500 Mitglieder umfassende Umwelt- und
Verbraucherverband mit der Entwicklung der Verkehrspolitik auf
Landesebene.
Hinweis für Redaktionen:
Sie finden im Anhang einen Auszug aus dem VCD-Rechenschaftsbericht für
das Jahr 2001. Dieser gibt ebenso eine Übersicht über die
Verbandsaktivitäten wie unsere Homepage www.vcd.org/nds.
Für Rückfragen stehen Ihnen am kommenden Freitag ab 18.00 Uhr
Stephan Börger (Nienburg), VCD-Landesvorstandsmitglied, Tel. 0179
6723680 und Michael Frömming (Rotenburg/Wümme), Landesvorsitzender, Tel.
0173 9330629 zur Verfügung.
Rechenschaftsbericht 2001
Schienenverkehrspolitik in Niedersachsen
Sehr genau betrachtet der VCD die Arbeit der
Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG), die für die
Bestellung von regionalen Zugleistungen zuständig ist. Während die LNVG
auf bestehenden Strecken teilweise VCD-Anregungen umsetzte und mehr Züge
auf die Gleise brachte, hinkt das Land in Sachen Reaktivierungen von
Bahnstrecken und Bahnhöfen hinter anderen Bundesländern hinterher. Wir
bemühen uns, der Landespolitik für gelungene Reaktivierungen – etwa in
Rheinland-Pfalz oder Baden-Württemberg - die Augen zu öffnen. Neben dem
VCD-Projekt „Neuer Moorexpress“ Stade – Osterholz-Scharmbeck (zusammen
mit dem Touristikverband Worpswede) existieren sehr konkrete
Reaktivierungs-Bemühungen für Aurich – Abelitz und Rinteln – Stadthagen.
Auch eine Schienenanbindung der Stadt Sulingen für den Personenverkehr
spielt für den VCD eine wichtige Rolle (z.B. Nienburg – Sulingen)
Noch nicht von der Agenda der Landespolitik konnten wir bislang die
umstrittene Y-Trasse Hamburg/Bremen – Hannover bewegen. Hier gibt es
weiterhin vor allem von der Landesregierung starke Bestrebungen für die
Realisierung des rund 1,5 Mrd. Euro-Projektes (anstelle des Ausbau des
vorhandenen Bahnnetzes).
Kooperationsprojekt „Zügig in den Harz“
Bereits seit einem Jahr kooperieren bundesweit Deutsche Bahn AG, VCD,
BUND, Nabu und WWF im Projekt „Fahrtziel Natur“. In Kooperation mit der
Nationalparkverwaltung Harz, der Landesnahverkehrsgesellschaft
Niedersachsen (LNVG), dem Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB), den
betroffenen Touristikorganisationen und Kommunen bemüht sich der VCD vor
Ort um eine Steigerung des Bewusstseins in der Bevölkerung für eine
umweltfreundliche Anreise per Bahn/Bus in den Harz. Die vom VCD
erarbeitete Broschüre „Zügig in den Harz“ stieß auf ein sehr starkes
Echo. Innerhalb einer Woche gingen 1.500 Bestellungen von Privatpersonen
aus dem ganzen Bundesgebiet ein. Für 2002 ist ein Fachseminar zur
Thematik „Sanfter Tourismus und umweltfreundliche Mobilität“ geplant.
RegionalStadtBahn Niedersachsen/ Bremen
Mitte Januar 2002 stellten die VCD-Landesverbände Bremen und
Niedersachsen den Systemvergleich zwischen RegionalStadtBahn und S-Bahn
für die Region Unterweser vor. Den rund ein Dutzend Journalisten
erläuterten Wilfried Jankowski (Oldenburg) und Norbert Lippek (Bremen)
die Vorteile, die das RegionalStadtBahn-Konzept gegenüber der S-Bahn
aufweist. Inzwischen sind zahlreiche Exemplare der dazu erschienenen
VCD-Broschüre an Vertreter aus Politik und Verwaltung verschickt worden.
Außerdem beteiligten sich VCD-Aktive an mehreren Veranstaltungen zur o.g.
Thematik in der betroffenen Region. Das Konzept ist in der
VCD-Landesgeschäftsstelle Niedersachsen oder über www.vcd.org/nds
abrufbar.
In Braunschweig engagiert sich der VCD weiterhin für die Verwirklichung
eines Regionalstadtbahnkonzeptes, das auch Bahnverbindungen der
Deutschen Bahn AG einbezieht.
Straßenbau
Der VCD bemühte sich auch 2001 nach Kräften, die Planung von neuen
Autobahnen zu vermeiden. Statt immer neuer Fernstraßen forderte der
Verband einen Richtungswechsel bei der SPD-Alleinregierung.
Verkehrsministerin Dr. Susanne Knorre favorisiert jedoch neben laufenden
Bauprojekten (A 26 Teilabschnitt für Hamburg – Stade, A 38 Göttingen –
Halle) auch den Bau weiterer Autobahnen, z.B. A 20 (Umfahrung Hamburgs/
Elbquerung Stade). In diesem Bereich ist noch ein starker
Bewusstseinswandel zugunsten innovativer und ökologischer
Verkehrskonzepte nötig.
Tagung „Mit dem Einkaufswagen in den
Verkehrsinfarkt?“ -
Auswirkungen dezentraler Einkaufszentren auf Mobilität und Einzelhandel.
Am 24. Oktober 2001 führten die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) und der
VCD-Landesverband Niedersachsen eine Tagung mit diesem Thema in
Braunschweig durch. Sie war mit etwa 55 Teilnehmern gut besucht und ein
Erfolg für den VCD. Denn mit dieser Tagung und dem aktuellen Thema haben
wir viele so genannte Multiplikatoren aus Politik und Wirtschaft
erreichen können. Die Bandbreite der Zuhörer reichte von Vertretern der
Umweltverbände über Mitarbeiter aus Kommunen und Verwaltungen bis zur
Industrie und Handelskammer. Drei Themenbereiche wurden von den sehr
guten Referenten vertieft: Der Einkaufsverkehr allgemein, einzelne
Einkaufszentren auf der „grünen Wiese“, hier das FOC-Soltau und die
Probleme einer gesamten Stadt verdeutlicht an der Hansestadt Lübeck. Die
Vorträge sind auf unserer Internetseite www.vcd.org/nds veröffentlicht.