VCD-Landesverband trifft sich in Nienburg zur Jahreshauptversammlung /
Verkehrspolitische Bilanz an diesem Wochenende

 


Pressemitteilung 06/2002 vom 21.02.2002

VCD zum Verkehrsminister-Treffen von Knorre und Mettbach

Hannover/ Nienburg. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD), Landesverband Niedersachsen, zieht am kommenden Wochenende (22./23.02.) anlässlich seiner Jahreshauptversammlung in Nienburg eine verkehrspolitische Bilanz der eigenen Tätigkeiten. Ferner befasst sich der in Niedersachsen 7.500 Mitglieder umfassende Umwelt- und Verbraucherverband mit der Entwicklung der Verkehrspolitik auf Landesebene.

Hinweis für Redaktionen:
Sie finden im Anhang einen Auszug aus dem VCD-Rechenschaftsbericht für das Jahr 2001. Dieser gibt ebenso eine Übersicht über die Verbandsaktivitäten wie unsere Homepage www.vcd.org/nds.
Für Rückfragen stehen Ihnen am kommenden Freitag ab 18.00 Uhr
Stephan Börger (Nienburg), VCD-Landesvorstandsmitglied, Tel. 0179 6723680 und Michael Frömming (Rotenburg/Wümme), Landesvorsitzender, Tel. 0173 9330629 zur Verfügung.

Rechenschaftsbericht 2001

Schienenverkehrspolitik in Niedersachsen
Sehr genau betrachtet der VCD die Arbeit der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG), die für die Bestellung von regionalen Zugleistungen zuständig ist. Während die LNVG auf bestehenden Strecken teilweise VCD-Anregungen umsetzte und mehr Züge auf die Gleise brachte, hinkt das Land in Sachen Reaktivierungen von Bahnstrecken und Bahnhöfen hinter anderen Bundesländern hinterher. Wir bemühen uns, der Landespolitik für gelungene Reaktivierungen – etwa in Rheinland-Pfalz oder Baden-Württemberg - die Augen zu öffnen. Neben dem VCD-Projekt „Neuer Moorexpress“ Stade – Osterholz-Scharmbeck (zusammen mit dem Touristikverband Worpswede) existieren sehr konkrete Reaktivierungs-Bemühungen für Aurich – Abelitz und Rinteln – Stadthagen. Auch eine Schienenanbindung der Stadt Sulingen für den Personenverkehr spielt für den VCD eine wichtige Rolle (z.B. Nienburg – Sulingen)
Noch nicht von der Agenda der Landespolitik konnten wir bislang die umstrittene Y-Trasse Hamburg/Bremen – Hannover bewegen. Hier gibt es weiterhin vor allem von der Landesregierung starke Bestrebungen für die Realisierung des rund 1,5 Mrd. Euro-Projektes (anstelle des Ausbau des vorhandenen Bahnnetzes).

Kooperationsprojekt „Zügig in den Harz“
Bereits seit einem Jahr kooperieren bundesweit Deutsche Bahn AG, VCD, BUND, Nabu und WWF im Projekt „Fahrtziel Natur“. In Kooperation mit der Nationalparkverwaltung Harz, der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG), dem Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB), den betroffenen Touristikorganisationen und Kommunen bemüht sich der VCD vor Ort um eine Steigerung des Bewusstseins in der Bevölkerung für eine umweltfreundliche Anreise per Bahn/Bus in den Harz. Die vom VCD erarbeitete Broschüre „Zügig in den Harz“ stieß auf ein sehr starkes Echo. Innerhalb einer Woche gingen 1.500 Bestellungen von Privatpersonen aus dem ganzen Bundesgebiet ein. Für 2002 ist ein Fachseminar zur Thematik „Sanfter Tourismus und umweltfreundliche Mobilität“ geplant.

RegionalStadtBahn Niedersachsen/ Bremen
Mitte Januar 2002 stellten die VCD-Landesverbände Bremen und Niedersachsen den Systemvergleich zwischen RegionalStadtBahn und S-Bahn für die Region Unterweser vor. Den rund ein Dutzend Journalisten erläuterten Wilfried Jankowski (Oldenburg) und Norbert Lippek (Bremen) die Vorteile, die das RegionalStadtBahn-Konzept gegenüber der S-Bahn aufweist. Inzwischen sind zahlreiche Exemplare der dazu erschienenen VCD-Broschüre an Vertreter aus Politik und Verwaltung verschickt worden. Außerdem beteiligten sich VCD-Aktive an mehreren Veranstaltungen zur o.g. Thematik in der betroffenen Region. Das Konzept ist in der VCD-Landesgeschäftsstelle Niedersachsen oder über www.vcd.org/nds abrufbar.
In Braunschweig engagiert sich der VCD weiterhin für die Verwirklichung eines Regionalstadtbahnkonzeptes, das auch Bahnverbindungen der Deutschen Bahn AG einbezieht.

Straßenbau
Der VCD bemühte sich auch 2001 nach Kräften, die Planung von neuen Autobahnen zu vermeiden. Statt immer neuer Fernstraßen forderte der Verband einen Richtungswechsel bei der SPD-Alleinregierung. Verkehrsministerin Dr. Susanne Knorre favorisiert jedoch neben laufenden Bauprojekten (A 26 Teilabschnitt für Hamburg – Stade, A 38 Göttingen – Halle) auch den Bau weiterer Autobahnen, z.B. A 20 (Umfahrung Hamburgs/ Elbquerung Stade). In diesem Bereich ist noch ein starker Bewusstseinswandel zugunsten innovativer und ökologischer Verkehrskonzepte nötig.

Tagung „Mit dem Einkaufswagen in den Verkehrsinfarkt?“ -
Auswirkungen dezentraler Einkaufszentren auf Mobilität und Einzelhandel.
Am 24. Oktober 2001 führten die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) und der VCD-Landesverband Niedersachsen eine Tagung mit diesem Thema in Braunschweig durch. Sie war mit etwa 55 Teilnehmern gut besucht und ein Erfolg für den VCD. Denn mit dieser Tagung und dem aktuellen Thema haben wir viele so genannte Multiplikatoren aus Politik und Wirtschaft erreichen können. Die Bandbreite der Zuhörer reichte von Vertretern der Umweltverbände über Mitarbeiter aus Kommunen und Verwaltungen bis zur Industrie und Handelskammer. Drei Themenbereiche wurden von den sehr guten Referenten vertieft: Der Einkaufsverkehr allgemein, einzelne Einkaufszentren auf der „grünen Wiese“, hier das FOC-Soltau und die Probleme einer gesamten Stadt verdeutlicht an der Hansestadt Lübeck. Die Vorträge sind auf unserer Internetseite www.vcd.org/nds veröffentlicht.
 

 

[zurück zur Übersicht]