Der Nordwesten abgekoppelt?

 


Pressemitteilung 24/2002 vom 01.10.2002

Deutsche Bahn verschlechtert ihr Angebot!

Bremen/Hannover. Heftige Kritik an der kurzfristig geplanten Umwandlung der Interregio-Züge in der Relation Hannover - Bremen - Oldenburg - (Norddeich) in  Intercity-Züge üben die Landesverbände Bremen und Niedersachsen des VCD (Verkehrsclub Deutschland). "Dies ist ein erster Schritt zur Abkoppelung Delmenhorsts, Oldenburgs und des Nordwestens insgesamt vom DB-Fernverkehr" so Michael Frömming, Landesvorsitzender vom VCD Niedersachsen. Sein Bremer VCD-Kollege Norbert Lippek pflichtet ihm bei: "Durch die geplante Maßnahme wird die Fahrgastzahl in den IC-Zügen soweit zurück gehen, dass der Schienenfernverkehr über Bremen hinaus in Richtung Oldenburg und Norddeich spätestens Ende 2005 eingestellt wird. Damit droht Oldenburg das gleiche Schicksal wie Bremerhaven!"  Michael Frömming weiter: "Ich kann mir kaum vorstellen, dass das Management von DB Reise&Touristik lange mit einem Intercity-Bahnhof Westerstede-Ocholt oder Augustfehn wird leben wollen."

Der bisherige Stundentakt mit schnellen Zügen zwischen Bremen und Oldenburg wird durch die Umstellung für einen großen Teil der VBN-Kunden auf einen Zwei-Stunden-Takt ausgedünnt. Der VCD begrüßt daher die Bemühungen der Länder Bremen und Niedersachsen um ein ergänzendes Angebot. Käme dabei die NordWestbahn zum Zuge, würde die groteske Situation entstehen, dass die DB-Tochter Reise&Touristik einer Konkurrenzfirma ihres Schwester-Unternehmens DB Regio "die Schienen frei macht"!

"Für den mittleren Fernverkehr, den bisher der Interregio bewältigte, muss eine dauerhafte Lösung her" meint Michael Frömming und schlägt eine niedersachsenweite Ausschreibung dieses Verkehrs vor. "Durch den Wettbewerb könnten neue Alternativen zum jetzigen Fernverkehrsangebot entstehen. Das Unternehmen Connex bemüht sich zum Beispiel jetzt schon um ein neues Fernverkehrsangebot zwischen Osnabrück und Hannover".

"Gerade jetzt, wo immer mehr Arbeitnehmer z.B. durch Firmenkonzentrationen gezwungen werden, immer weitere Arbeitswege zurückzulegen, muss eine preisgünstige, schnelle und umweltfreundliche Alternative zum Auto her. Und dies kann nur ein Angebot sein, das dem bisherigen Interregio entspricht, der einerseits auch in mittelgroßen Städten hält, andererseits trotzdem schnell ist", abschließend Norbert Lippek vom VCD Bremen.

Rückfragen:

Norbert Lippek, VCD Bremen, (0171) 7 85 14 24
Michael Frömming, VCD Niedersachsen, (0173) 9 33 06 29

 

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