VCD: "Gleiche Leistungen
werden bis zu 124 Prozent teurer!"
Pressemitteilung 27/2002 vom 16.10.2002
Neues Bahn-Tarifsystem
mit massiven Preissteigerungen in Niedersachsen
Hannover. Den rund drei Millionen BahnCard-Inhabern
in Deutschland
drohen mit dem neuen Preissystem der Deutschen Bahn AG zum 15. Dezember
massive Preiserhöhungen von bis zu 124 Prozent. Der Umwelt- und
Verbraucherverband Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat für Niederachsen
zudem eklatante Fahrzeitverschlechterungen für preisbewusste DB-Kunden
herausgefunden.
"Verlierer des neuen Tarifsystems der Deutschen Bahn AG sind ganz
eindeutig die BahnCard-Inhaber, die sich spontan für Fahrten bis zu 180
Kilometern Entfernung entscheiden," erklärt der niedersächsische
VCD-Landesvorsitzende Michael Frömming. "Die neue BahnCard ist zwar im
Erwerb günstiger als die derzeit gültige Ermäßigung von 50 Prozent; sie
bringt aber nur noch einen Rabatt von 25 Prozent. Ganz besonders
betroffen sind ferner Kunden, die bislang den beliebten InterRegio (IR)
nutzen. Dieser wird zum 15. Dezember 2002 in einen teureren InterCity
(IC) umgewandelt, ohne dass sich nennenswerte Komfortverbesserungen
ergeben."
Ein paar Beispiele: Wer heute mit der BahnCard von Bremen mit dem
InterRegio nach Hannover fährt, zahlt für eine einfache Fahrt 8,60 EUR,
künftig sind es 12,90 EUR. Durch den Ersatz des IR durch den IC müssen
Kunden auf dieser Verbindung sogar 16,50 EUR zahlen oder auf den 20
Minuten langsameren RegionalExpress umsteigen. Im direkten Vergleich IR
- IC bei gleicher Fahrzeit und nahezu identischen Komfort beträgt die
Preisdifferenz 7,90 EUR entsprechend 92 Prozent Preissteigerung. Wer den
IR auf gleicher Strecke bislang zwischen Verden und Nienburg nutzte,
zahlt mit der neuen BahnCard statt 2,75 EUR nun 6,15 EUR (+3,40 EUR/ +
124%). "Ganz übel sieht es aber auch beispielsweise für BahnCard-Nutzer
zwischen Lüneburg und Celle aus. Der IC als Ersatz für den IR kostet ab
dem 15.12.02 12,90 EUR statt 6,20 EUR (+6,70 EUR/ +108%). Der 40 Minuten
langsamere RegionalExpress wird zwar "nur" um 3,10 EUR teurer (+ 50%),
dafür müssen die Reisenden in Uelzen aber zusätzlich umsteigen", so
Frömming.
Der VCD sieht sich in seiner kritischen Haltung gegenüber dem neuen
Tarifsystem bestätigt. "Zwar gibt es im Fernverkehr für Gruppen und
Familien durchaus interessante Perspektiven, im Regionalverkehr werden
die BahnCard-Kunden aber überwiegend skandalös zur Kasse gebeten. Das
machen wir nicht mit!", erklärt Frömming. Der VCD wird weiter auf die
Politik einwirken, um die Bahn als 100%iges Unternehmen des Bundes auf
eine fahrgastfreundliche Umgestaltung ihrer Tarifreform zu drängen. Das
Mindestmaß der VCD-Forderungen: "Die BahnCard 50% muss bleiben!"
Weitere Informationen:
www.bahncard50.de,
www.vcd.org
Rückfragen: Michael Frömming, Tel. 0173 9330629
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