VCD ruft zur Mäßigung im Straßenbau auf

 


Pressemitteilung 06/2003 vom 28.03.2003

Aktuelle Bundesverkehrswegeplan-Debatte

Straßennetz schon überentwickelt
Hannover. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) zeigt sich angesichts knapper öffentlicher Kassen erstaunt über die Forderungen vieler Politiker, trotz Rekordinvestitionen noch mehr Straßen für den neuen Bundesverkehrswegeplan zu fordern. „Wir rufen angesichts einer Überversorgung Niedersachsens an Fernstraßen alle Parteien zur Mäßigung auf. Investitionen sollten besser in den Ausbau umweltfreundlicher Verkehrssysteme umgelenkt werden!“, appelliert VCD-Landesvorsitzender Martin Mützel.

Niedersachsens Bevölkerung stellt einen Bundesanteil von 9,7 Prozent der bundesdeutschen Gesamtbevölkerung dar. Allerdings verfügt das Land über 12,2 Prozent der überörtlichen Straßen, so das Deutsche Statistische Bundesamt. Gleichzeitig erhält Niedersachsen vom Bund lediglich 8,6 Prozent der Bundesmittel für den Nahverkehr. „Hier sehen wir eine deutliche Diskrepanz zu Lasten umweltfreundlicher Verkehrsprojekte“, so Mützel. „Wir können nicht verstehen, dass Politiker der CDU, SPD und FDP angesichts der aktuellen Debatten fast in jedem niedersächsischen Landkreis noch mehr Autobahnen und Umfahrungsstraßen fordern. Mit nachhaltiger Verkehrspolitik und vorsorgender Haushaltsplanung hat dies nichts zu tun!“

 Mit Bedauern stellt der VCD fest, dass ein Großteil der geplanten Schieneninvestitionen ausgerechnet in die als Prestigeobjekt geltende Y-Trasse Hamburg/ Bremen – Hannover fließen soll. „Für die betroffenen Verbindungen bestehen günstigere und umweltfreundliche Ausbaualternativen. Niedersachsen als Flächenland benötigt keine Hochgeschwindigkeitstrassen, sondern ein attraktives Bahnnetz auch für die Fläche!“, so Mützel.

 

Rückfragen:
Martin Mützel, Tel. 0171 9335381
Michael Frömming (Presseprecher), Tel. 0173 9330629

 

[zurück zur Übersicht]