Unterschätzte Gefahr:
Lärm ist Umweltplage Nummer eins

 


Pressemitteilung 07/2003 vom 30.04.2003

VCD zum heutigen Internationalen Tag gegen Lärm
Hannover. Zum heutigen Internationalen Tag gegen Lärm weist der Verkehrsclub Deutschland (VCD), Landesverband Niedersachsen, auf die umwelt- und gesundheitsschädliche Wirkung von Lärm hin. Obwohl sich in Deutschland weit über die Hälfte aller Menschen vom Straßenverkehrslärm belästigt fühlen, gibt es nach Ansicht des VCD immer noch zu wenig Aufmerksamkeit für das Thema und nur mangelhafte Aufklärung über die krankmachenden Folgen des Lärms.
 
VCD-Landesvorsitzender Michael Frömming: „Verkehrslärm wird immer wieder unterschätzt. Dabei ist er für viele Menschen inzwischen Umweltplage Nummer eins. Allein in Deutschland haben rund 13 Millionen Menschen ein deutlich erhöhtes Herzinfarktrisiko, da sie dauerhaft an zu lauten Straßen oder Schienen leben müssen. Weitere negative Folgen sind permanente Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und die Beeinträchtigung des allgemeinen Wohlbefindens. Wir brauchen deshalb dringend wirksame Maßnahmen gegen den Lärm.“
 
Vorrangige Lärmquelle ist der Straßenverkehr. Der VCD fordert deshalb in Städten und Ortschaften eine weitgehende Beschränkung auf Tempo 30 und ein generelles Nachtfahrverbot für LKW. Auf Autobahnen sollten in Siedlungsnähe Tempolimits von maximal 100 km/h für PKW und 60 km/h für LKW gelten. Auch beim Straßen- und Fahrzeugbau muss durch den Einsatz von lärmarmen Straßenbelägen und Reifen sowie strengeren Grenzwerten Verkehrslärm an der Quelle verringert werden. Der VCD fordert außerdem ein Lärmschutzgesetz, damit Betroffene endlich auch einen Rechtsanspruch auf Lärmsanierung erhalten.
 
Um die Gefährlichkeit der alltäglichen Geräuschkulisse bewusst zu machen, ruft der VCD gemeinsam mit vielen weiteren Organisationen dazu auf, heute gegen Lärm um 14.15 Uhr genau 15 Sekunden lang Ruhe herrschen zu lassen. Frömming: „Lärmschutz beginnt vor der Haustür. Jeder Einzelne kann einen Beitrag leisten, indem er gerade auf kurzen Strecken das Auto stehen lässt und statt dessen das Fahrrad, die Füße oder den Bus benutzt.“

Rückfragen:

Michael Frömming (Pressesprecher): 0 17 39 33 06 29

 

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