VCD: Niedersachsen muss Anschluß an modernen Schienenverkehr haben

 


Pressemitteilung 09/2003 vom 13.05.2003

Verkehrswegeplan-Forderungen an Hirche

Autobahnen gefährden Einzelhandel in Niedersachsen

Hannover. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) fordert Wirtschaftsminister Hirche angesichts seiner heutigen Positionierung gegenüber dem Entwurf des Bundesverkehrswegeplan zur Abkehr von unnötigen Prestigeprojekten auf. „Statt neuer Autobahnen oder Y-Trasse erwarten wir ein deutliches Bekenntnis zum Ausbau des modernen und flächenhaften Schienenverkehrs!“, erklärt der niedersächsische VCD-Landesvorsitzender Michael Frömming.
Der vorliegende Entwurf des Bundesverkehrswegeplans sei für den VCD bislang eine herbe Enttäuschung. „Trotz einer Überversorgung mit Fernstraßen in Niedersachsen sollen in den kommenden Jahren weitere Autobahnen mit zweifelhaften Wirtschafts- und Arbeitsmarkteffekten sowie schwerer Folgen für den Naturhaushalt forciert werden“, so Frömming. Besonders kritisch sieht der VCD dabei das Festhalten an den Autobahnen A 20 (Hamburg –Oldenburg) und A 39 (Lüneburg – Uelzen). „Diese beiden Autobahnen gehören nicht mehr in einen Verkehrswegeplan des 21. Jahrhunderts“.

Der VCD hat keine Erklärung dafür, dass der Mythos „Autobahnen seien per se gut für die Wirtschaft“ in bestimmten gesellschaftlichen Kreisen auf eine hohe Akzeptanz stoße. „Bei der angespannten Haushaltslage in Bund und Ländern können wir uns den Luxus, neun Millionen Euro pro neu zu bauender Autobahn-Kilometer ausgeben zu wollen, nicht mehr leisten. Gleichzeitig entstünden immer mehr internationale Lkw-Transitachsen, die die Verlagerung von Arbeitsplätzen eher forcieren.“, kritisiert Frömming. Ferner sorgen nach Auffassung des VCD die ausufernden Gewerbe- und Einkaufszentren an Autobahnabfahrten für eine ernste Gefahr für den Einzelhandel in den Städten und Gemeinden Niedersachsens.

Mit Bedauern beobachtet der VCD im Bereich Schienenverkehr, dass mit rund 1,5 Mrd. Euro die umstrittene Y-Trasse den Löwenanteil der Bahninvestitionen verzehrt. Für den Ausbau vorhandener Linien bleibt deshalb zuwenig Geld übrig. „Alle angeblichen Vorteile für den Neubau der Y-Trasse wurden durch die neue VCD-Studie „Hochleitungsnetz statt Y-Trasse“ eindrucksvoll widerlegt“, so Frömming.

Zur Entlastung des Bahnknotenpunktes Hannover unterstützt der VCD den im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans enthaltenen Ausbau der Bahnlinie von Löhne über Hameln nach Hildesheim. Wünschenswert sei für den VCD ferner die Aufnahme der wichtigen Verbindung der niedersächsischen Landeshauptstadt mit den Ostseehäfen Wismar, Rostock und Mukran über Uelzen, Dannenberg und Ludwigslust.

In den kommenden Wochen führt der VCD weitere Gespräche mit Politikern aller Parteien, um dem umweltfreundlichen Schienenverkehr eine deutlichere Akzentuierung zu verleihen.

Rückfragen:
Michael Frömming (Pressesprecher): 0 17 39 33 06 29

 

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