VCD: "Niedersachsen fahren zuviel Auto !"

 


Pressemitteilung 18/2003 vom 29.07.2003

Noch fehlen moderne Verkehrskonzepte

 Hannover. Mit großer Sorge betrachtet der Verkehrsclub Deutschland (VCD) das Mobilitätsverhalten der niedersächsischen Bevölkerung. „Die Niedersachsen fahren immer häufiger Auto und sind seltener zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs“, bedauert VCD-Landesvorsitzender Michael Frömming. „Angeblich hohe Spritpreise oder Umweltschutzgesichtspunkte spielen offensichtlich bei der Verkehrsmittelwahl kaum eine Rolle.“

Das Bonner Infas-Institut hatte unlängst im Auftrage des Bundesverkehrsministeriums herausgefunden, dass heute bundesweit 61% aller Wege mit dem Pkw zurückgelegt werden; 1982 waren es lediglich 48%. Der Anteil der Bahn- und Busfahrten ging im selben Zeitraum von zwölf auf acht Prozent zurück. In Niedersachsen ist für 58% aller Befragten das Auto das „Verkehrsmittel Nummer Eins“, 53% aller Niedersachsen fahren nie Bus oder Bahn. „Das sind dramatisch miserable Zahlen!“, erklärt Frömming. „Während der Umweltschutzgedanke in vielen anderen Bereichen zu positiven Verhaltensänderungen geführt hat, stellt die Mobilität eine beklagenswerte Ausnahme dar.“ Der VCD stellt ferner fest, dass auch die angeblich zu hohen Benzinpreise keine Auswirkungen auf das Mobilitätsverhalten der Niedersachen zeigen.

Als Ursache für diese umwelt- und verkehrspolitische Fehlentwicklung sieht der VCD unter anderem die einseitig auf den Straßenverkehr orientierte Politik der niedersächsischen Landesregeierungen heute und in den vergangenen Jahren. „Der neue Bundesverkehrswegeplan ist auf Druck der Landesregierung in Hannover zu einem gigantischen Straßenbauprogramm mutiert, neue Gewerbeansiedlungen sind heute fast nur noch per Pkw erreichbar und die Innenstädte bieten immer mehr Pkw-Stellplätze statt Einkaufsqualität. Gleichzeitig mangele es in Niedersachsen an nachhaltigen Konzepten für eine zielgerechte Förderung des umweltfreundlichen Bahn- und Busverkehrs vor allem in der Fläche.

Der VCD bietet der Landesregierung konkrete Unterstützung bei der Förderung des Umweltverbundes „Bahn-Bus-Fahrrad-Fuß“ an. Im Bereich „Mobilitätsmanagement“ bietet der Umwelt- und Verbraucherverband etwa seit wenigen Wochen moderne „interaktive Fahrplanauskunftssysteme“ an. Ferner kooperiert der VCD mit der Tourismusbranche, um besonders Freitzeitverkehre umweltfreundlich zu organisieren.

 

Rückfragen: Michael Frömming, Tel. 0173 9330629     

Websites: www.elbtalaue-wendland.de

 

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