VCD: Wulffs A 39-Pläne gehen an den verkehrspolitischen Realitäten vorbei
Pressemitteilung 20/2003 vom 13.08.2003
Neue Autobahnen weder sinnvoll noch finanzierbar Hannover.
„Weder verkehrspolitisch sinnvoll, noch finanziell tragbar!“, so lautet
die Kritik des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) am weiteren Festhalten
von Ministerpräsident Wulff an der umstrittenen Autobahn A 39 Lüneburg –
Wolfsburg. Wulff hatte unlängst die rund eine halbe Milliarde Euro teure
Trasse in Uelzen als „elementar wichtig“ bezeichnet. Diese Aussage können wir aus
fachlicher Beurteilung nicht begreifen“, erklärt der
VCD-Landesvorsitzende Michael Frömming. Vorrangig muss es darum gehen,
das parallele Angebot im umweltfreundlichen Schienenverkehr „auf
Vordermann“ zu bringen. Die Regionalbahnstrecke von Uelzen nach
Braunschweig befindet sich nach VCD-Angaben in einem beklagenswerten
Zustand. Die überfällige Aufwertung als Teil einer Regionalbahnstrecke
lässt seit Jahren auf die Realisierung warten. Die etwas östlichere
Bahnlinie von Salzwedel nach Oebisfelde/ Wolfsburg wurde sogar erst
kürzlich ganz eingestellt, weil es angeblich keinen Verkehrsbedarf in
dieser Relation gibt. Dannenberg, Hitzacker und Lüchow im Wendland seien
aus südlicher Richtung derzeit per Bahn de facto abgeschnitten.
„Wenn Herr Wulff
eine extrem unwirtschaftliche Autobahn will, dann muss er der
Bevölkerung auch klar sagen, wie er diese finanzieren möchte“,
kritisiert Frömming. Immer mehr Bürger wollen nach Auffassung des VCD
nicht hinnehmen, dass ihnen in den Sektoren Soziales, Gesundheit und
Bildung erhebliche Kürzungen zugemutet werden, während für den
Straßenbau Steuergelder offensichtlich im Überfluss zur Verfügung
stehen. Wenig Verständnis zeigt der VCD gegenüber der
Wulff-Argumentation, nur wenige Anwohner könnten die Autobahnen mit
Klagen verhindern. Vielmehr müsse der Ministerpräsident akzeptieren,
dass in der Bevölkerung eine große Skepsis gegenüber Prestigeprojekten
im Verkehrsbereich besteht. Rückfragen: Michael Frömming, Tel. 0173 9330629
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