VCD: „Land forciert Bahnsterben in Niedersachsen!“
Pressemitteilung 21/2003 vom 20.08.2003 Streckenabbau im Elbe/Weser-Dreieck Herber Rückschlag für ländliche Entwicklung Hannover. „Mit
Nachdruck forciert die neue Landesregierung das Bahnsterben in
Niedersachsen. Alle Anstrengungen zur Entwicklung des ländlichen Raumes
erhalten einen herben Rückschlag!“, erklärt Michael Frömming,
Landesvorsitzender des Verkehrsclub Deutschland (VCD). Im
Elbe/Weser-Dreieck hat das Land gerade durchgesetzt, dass die
Bahnverbindungen Stade – Bremervörde – Osterholz-Scharmbeck, Wilstedt –
Zeven – Tostedt, Harsefeld – Hollenstedt und Rotenburg – Brockel kurz-
bis mittelfristig der Spitzhacke zum Opfer fallen sollen. Eine mögliche
Wiederbelebung für Güter- oder Personentransporte wäre de facto
ausgeschlossen. „Diese Anti-Bahnpolitik in Niedersachsen erhält mit
diesem Beschluss eine neue Spitze“, kommentiert Frömming. „Gerade die
Moorexpress-Linie von Stade nach Osterholz-Scharmbeck genießt nicht nur
politische Unterstützung von Landwirtschaftsminister Ehlen (CDU),
sondern auch von allen anliegenden Kreisen und Kommunen.“ Dass die
Verwaltung in Hannover sich über diesen Wunsch aus der Fläche
hinwegsetzen wolle, kommentiert der VCD als „unglaublichen Vorgang“. Als Grundlage
für ihre negative Einschätzung gegenüber dem Zweigstreckennetz zitiert
die Landesregierung stets die eigene so genannte „Kategorie
V“-Untersuchung, wonach sich Reaktivierungen im Personenverkehr nicht
lohnen würden. „Diese Studie ist für uns solange unglaubwürdig, solange
die Landesregierung deren gutachterliche Grundlagen externen Prüfern
vorenthält“, so Frömming. „Selbst wenn auf Teilstrecken derzeit kein
Güteraufkommen zu verzeichnen sei, so gebe es überhaupt keine
Rechtfertigung, die noch vorhandene Infrastruktur sinnlos zu zerstören“.
Zweigstrecken seien für künftige Güterverkehre nach der Lkw-Maut
wichtiger denn je. Der VCD erwartet durch die
öffentliche Debatte, dass die Landesregierung ihre falsche
Weichenstellung im Elbe/Weser-Dreieck umgehend zurücknimmt. Dem
umweltfreundlichen Schienenverkehr müsse endlich auch in Niedersachsen
eine faire Chance gegenüber dem Straßensektor eingeräumt werden. „Die
klaren Positionierungen für noch mehr Autobahnen beim gleichzeitigen
Forcieren des Bahnabbaus in der Fläche sind inzwischen bundesweit
einzigartig!“, so Frömming.
Rückfragen: Michael Frömming, Tel. 0173 9330629
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