Hannover. Angesichts leerer
öffentlicher Kassen und der immer stärkeren Belastungen durch den
Straßenverkehr lehnt der Verkehrsclub Deutschland (VCD) die Planungen
der Landeshauptstadt Hannover strikt ab, 2,3 Mio. Euro für noch mehr
Parkplätze in innenstadtnahen Wohngebieten auszugeben. Unter anderem in
der List will die Verwaltung neue Parkplätze zu Lasten anderer
Verkehrsteilnehmer anlegen. Durch Einengungen von Gehwegen und
Fahrbahnen würden Fußgänger an den Rand gedrängt und Linienbusse
behindert.
Die voraussichtlichen Kosten des
Parkplatzbaus von insgesamt 2,3 Millionen Euro ? - mithin über 5.300
Euro je neu geschaffenen Parkplatz – seien in Anbetracht der
angespannten Haushaltslage der Stadt Hannover deutlich zu hoch. „Während
etwa im Sozial- und Kulturetat drastische Einschnitte vorgenommen
werden, will die Landeshauptstadt die Nutzung des Pkw subventionieren.
Dies, obwohl gerade in Hannover viele und gute Alternativen bestehen.“,
erklärt VCD-Landesvorsitzender Michael Frömming. Vor allem der
Öffentliche Nahverkehr, das Car-Sharing-System und die angekündigten
Fahrrad-Abstellhäuschen in einigen Straßenzügen könnten bei
entsprechender Unterstützung noch viele Bürgerinnen und Bürger zum
Verzicht auf das eigene Auto bewegen.
Thomas Schwartz vom VCD-Kreisverband
Region Hannover betont: „Für die Wohn- und Lebensqualität in den
Stadtteilen ist es wichtig, dass die Straßenräume auch anderen Nutzungen
wie Kommunikation, Kinderspiel und Grünanlagen zur Verfügung stehen.“
Die Bürgersteige müssten ausreichenden Bewegungsraum für ältere Menschen
oder Eltern mit Kinderwagen bieten. Nachdem die Stadt Hannover diese
Notwendigkeiten beim Umbau einiger Stadtplätze berücksichtigt hat, drohe
nun ein Rückschritt. Landespolitisch gesehen sei es nun nötig, dem
falschen verkehrspolitischen Signal aus Hannover frühzeitig bessere
Konzepte entgegen zu setzen.
Rückfragen:
Michael
Frömming (Landesvorsitzender), Tel. 0173 9330629
Thomas Schwartz, Tel. 0511 7100627