VCD: „Umsteuern jetzt!“

 


Pressemitteilung 29/2003 vom 01.12.2003

Verkehrspolitik in Niedersachsen

Abstriche beim Straßenbau gefordert

Hannover.
„Niedersachsen Verkehrspolitik muss in bessere Bahnen umgesteuert werden!“, erklärt der VCD-Landesvorsitzende Martin Mützel hinsichtlich der aktuell diskutierten Verkehrsprojekte landesweit. „Neue Straßen sind weder volkswirtschaftlich sinnvoll noch ökologisch vernünftig!“ Der VCD plädiert stattdessen für die Stärkung des Schienenverkehrs für Personen- und Gütertransporte.
 

Am Beispiel des Elbe/Weser-Dreiecks verdeutlicht sich nach Auffassung des VCD derzeit eine typische „fatale Fehlentwicklung“. Anfang des kommenden Jahres sei mit der Fertigstellung des 250 Mio. Euro teuren Wesertunnel für den Straßenverkehr zu rechnen. Auch forciert das Land weiter die umstrittene A 26 von Stade nach Hamburg.

"Obwohl das verkehrspolitisch zweifelhafte Tunnelbauwerk unter der Weser noch gar nicht fertig ist, fordern einige Verantwortliche schon Anschlussautobahnen für Lkw-Transitverkehre mit spärlichem regionalen Nutzen." stellt Mützel fest. Die geforderte A22 Emden - Stade hat aber trotz extremen Lobbydrucks den Sprung in den "vordringlichen Bedarf" des Bundesverkehrswegeplans nicht geschafft, da sie unwirtschaftlich ist. Gleichzeitig forciert die Landesregierung in der gleichen Region entgegen dem Willen der Kommunalpolitik die Stilllegung von 200 Bahnkilometern“, kommentiert Mützel fassungslos.

So sei nicht nur etwa der im Tourismusverkehr sehr beliebte und erfolgreiche Moorexpress Bremen – Bremervörde – Stade von der Einstellung bedroht. Auch möchte sich die Landesregierung mehrerer Güterverbindungen entledigen. Im Aufsichtsrat der Eisenbahnen- und Verkehrsbetriebe Elbe/Weser (EVB), das Land hält dort 51%, fiel diese Entscheidung bereits Mitte des Jahres 2003.

„Wir appellieren an die politisch Verantwortlichen in Hannover angesichts wachsender Verkehrsströme, endlich die Eisenbahn als umweltfreundliches Verkehrsmittel zu akzeptieren und entsprechende politische Weichenstellungen einzuleiten!“, fordert Mützel. Eine kleine Geste des guten Willens sollte nach Auffassung möglichst rasch durch die Korrektur des EVB-Beschlusses zur Stilllegung der eigenen Infrastruktur erfolgen. Inzwischen sei zudem bekannt, dass die gutachterlichen Grundlagen zur Einstellung der für künftige Verkehre wichtigen Infrastruktur auf äußerst labilen Füßen stehen. Dies konnte der VCD während einer Fachtagung am 6.10. in Worphausen der Öffentlichkeit unmissverständlich darlegen.

 

Rückfragen:
Michael Frömming (Presse), Tel. 0173 9330629
Martin Mützel, Tel. 0171 9335381
Infos zur EVB-Problematik auch über www.vcd.org/nds

 

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