VCD enttäuscht über IHK-Vorschläge
Pressemitteilung 30/2003 vom 17.12.2003 Verkehrspolitik für Landeshauptstadt Hannover Weder hilfreich noch innovativ
Hannover.
Vielmehr würden häufig die Belange des Autoverkehrs über die des Fahrrad- oder Fußgängerverkehrs gestellt, beispielsweise bei der Verteilung des knappen Straßenraumes oder der "Grünzeiten" an Ampeln. Die Bedeutung dieser umweltfreundlichen und effizienten Verkehrsarten würde oft unterschätzt. Die IHK-Kritik am vermeintlich "kompromisslosen" Vorrang für Bahnen und Busse an Ampeln verkenne, dass der öffentliche Verkehr keine uneingeschränkten Privilegien genieße. Dennoch seien die Vorrangschaltungen für den öffentlichen Verkehr unverzichtbar, schon weil sie unproduktive Wartezeiten bei Bussen und Bahnen und damit Betriebskosten in Millionenhöhe einsparen. „Wer Staus auf den Straßen vermeiden will, muss den umweltfreundlichen Öffentlichen Verkehr fit machen und ihm schnelle und attraktive Reisezeiten ermöglichen“, erklärt Thomas Schwartz vom VCD-Kreisverband Region Hannover. Der VCD lobt ferner das von der Bevölkerung in Hannover-Linden per Abstimmung durchgesetzte autofreie Konzept für die Limmerstraße. Hiermit konnte vermieden werden, dass die Fußgänger - mithin die wichtigste Kundengruppe auf dieser Einkaufsstraße - an den Rand gedrängt würden. Thomas Schwartz appelliert an die Stadt Hannover, weitere Maßnahmen zur Erhöhung der Lebensqualität und der Verkehrssicherheit in der Landeshauptstadt umzusetzen. Dazu zählen unter anderem weitere Verkehrsberuhigungen, die Umgestaltung von Hauptstraßen sowie der Ausbau des Rad- und Fußwegenetzes. An die IHK-Organisationen in Hannover und landesweit in Niedersachsen appelliert der VCD-Landesvorsitzende Michael Frömming Seite an Seite für eine moderne und leistungsfähige Verkehrspolitik zu kämpfen. Dazu zähle die Förderung des Öffentlichen Verkehrs, des Rad- und Fußverkehrs sowie des Car-Sharing-Systems in den größeren Städten. Da Niedersachsen schon im Bundesschnitt mit Fernstraßen überversorgt sei, fordert der VCD die IHK zur Abkehr von weiteren Straßenbauprojekten auf. Angesichts knapper öffentlicher Haushalte sei ein Festhalten an neuen Fernstraßen weder verantwortbar noch zeitgemäß.
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