VCD appelliert an Stolpe und Wulff, mit öffentlichen Investitionen künftig behutsamer umzugehen
Pressemitteilung 04/2004 vom 20.01.2004 Zur Eröffnung des Wesertunnels: "Küstenautobahn und Transrapid endlich zu den Akten legen!" Hannover. Anlässlich der heutigen Eröffnung des Wesertunnels bei Dedesdorf appelliert der Verkehrsclub Deutschland (VCD) an Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe und Ministerpräsident Christian Wulff künftig behutsamer mit öffentlichen Investitionen umzugehen. "Gigantische Prestigeprojekte wie den Wesertunnel können wir uns angesichts knapper Kassen heute einfach nicht mehr leisten, zumal der verkehrliche Nutzen fraglich ist", so Martin Mützel, VCD-Landesvorsitzender. Der VCD erwartet anlässlich der heutigen Tunneleröffnung von Stolpe und Wulff ein klares Bekenntnis zur umweltfreundlichen Eisenbahn. Kritisch sieht er jedoch Forderungen nach weiteren Großprojekten wie der Küstenautobahn A 22. Diese ist trotz erheblichen Drucks nicht im "Vordringlichen Bedarf" des im letzten Juli beschlossenen Bundesverkehrswegeplans enthalten. Mützel: "Selbst unter der Annahme, dass es bei Stade einen Elbtunnel gäbe, konnten die wohlwollenden Fachleute im Bundesverkehrsministerium keine ausreichende Wirtschaftlichkeit erkennen." Nach Ansicht des VCD würde diese Transitstrecke hauptsächlich den niederländischen Häfen helfen. Auf "völliges Unverständnis" beim VCD stößt der Vorschlag, eine Transrapidstrecke durch den Nordwesten zu legen. Ein Vergleich mit der gescheiterten Magnetschwebebahn zwischen Hamburg und Berlin zeige, dass das Projekt chancenlos sei: Die Strecke nach Amsterdam wäre länger, schließe aber weniger Menschen an. Der VCD warnt davor, Planungsmittel oder Flächen für dieses "Luftschloss" (Mützel) zu reservieren. Als vordringliche Projekte im Bereich Schiene bewertet der VCD den Ausbau der Eisenbahnlinie Groningen -Leer - Oldenburg - Bremen sowie der Erhalt und Ausbau des Schienennetzes im Elbe/Weser-Dreieck. "Mit nur 1,5 Mio. Euro, das ist weniger als das 150-fache der Wesertunnel-Investitionen, könnte der so genannte Moorexpress von Stade nach Bremen wieder für einen attraktiven Personennahverkehr flott gemacht werden", so Mützel. Der VCD bietet der Landesregierung weiter eine enge Zusammenarbeit für den Aufbau eines attraktiven Schienenverkehrs in Niedersachsen an. Rückfragen:
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