VCD: „Stader Elbtunnel für bessere Verkehrskonzepte aufgeben!"
Pressemitteilung 07/2004 vom 02.02.2004
Brief an Mitglieder des
Bundesverkehrsauschuss Hannover. Post vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) haben in diesen Tagen die niedersächsischen Mitglieder des Bundesverkehrsausschusses in Sachen „Küstenautobahn A 20/22" erhalten. In dem vom Landesvorsitzenden Martin Mützel verfassten Schreiben warnt der VCD vor dem weiteren Festhalten an den bis zu 1,8 Milliarden teuren Fernstraßenplänen. Derzeit diskutieren Befürworter die Optionen einer Elbquerung bei Stade mit Anschluss an die A 1 bei Zeven (A 20) oder die Verbindung in westlicher Richtung durch den Wesertunnel nach Westerstede (A 22). Beide Autobahnvarianten wurden in der Aufstellung des Bundesverkehrswegeplans mit einem niedrigen Nutzen-Kosten Verhältnis bewertet. Für die „Westumfahrung" mit Anschluss bei Sittensen (A 20) wurde ein Wert von 2,6 ermittelt, die Küstenautobahn erreichte 1,9. In beiden Fällen entfällt ein Großteil des Nutzens auf den Transitverkehr. Mützel schreibt an die Abgeordneten: „Wie Ihnen bekannt sein dürfte, reichen die Finanzmittel nicht einmal für alle Projekte mit einem Nutzen-Kosten-Verhältnis über 3. Ein Festhalten an diesem Projekt dürfte daher andere Projekte mit besserer Wirtschaftlichkeit gefährden." Die von allen Parteien vertretene Gleichbehandlung von Straße und Schiene wird vor allem im Elbe/Weser-Dreieck seit Jahren vernachlässigt. Das Land Niedersachsen forciert einerseits die A 22, andererseits die Stilllegung von Bahnlinien, z.B. Stade – Osterholz-Scharmbeck, Tostedt - Zeven - Wilstedt, Harsefeld - Hollenstedt und Rotenburg – Bremervörde. "Lkw-Transit mit Milliardenkosten statt Bahnerschließung für wenige Millionen - das ist zweierlei Maß", so Mützel. Schließlich haben alle Untersuchungen von Fachleuten bislang ergeben, dass die Umweltrisikoeinschätzung für beide Projekte ein „sehr hohes" Risiko ergeben hat. Neben der Elbmündung, die unter internationalem Schutz als „Natura 2000"-Gebiet und „Important Bird Area" steht, werden viele bislang unzerschnittene Wald- und Moorgebiete beeinträchtigt, darunter allein in Niedersachsen im Zuge der „Westumfahrung Hamburg" elf FFH-Gebiete. Angesichts der ökonomischen und ökologischen Bedenken gegenüber den A 20/22 Plänen appelliert der VCD an die Politik, das Festhalten an den Autobahnplänen endlich aufzugeben. Der VCD fordert die Verlagerung von Gütertransporten auf die umweltfreundliche Schiene. Hierzu bedarf es des Erhalt und Ausbau vorhandener Gleisinfrastruktur, vor allem auch im Elbe/Weser-Dreieck. Rückfragen:
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