VCD: „Gar keine Autobahn ist die sauberste Lösung für Norddeutschland!“

 


Pressemitteilung 09/2004 vom 10.02.2004

Schleswig-Holstein favorisiert „Küstenautobahn“ A 22
Hannover. Den heute in Kiel vom schleswig-holsteinischen Verkehrsminister Bernd Rohwer vorgetragenen Vorstoß für den Bau der sogenannten „Küstenautobahn“ von Lübeck über eine Elbquerung bei Stade nach Westerstede im niedersächsischen Ammerland hat der Verkehrsclub Deutschland (VCD) scharf kritisiert. „Neue milliardenteure Autobahnen sind weder intelligent noch zukunftsfähig! Einen Beitrag zur Beseitigung von Verkehrsproblemen leisten sie schon gar nicht!“, erklärt der niedersächsische VCD-Landesvorsitzende Martin Mützel. „Gar keine Autobahn ist die beste Lösung für Norddeutschland!“

Sowohl die 1,8 Milliarden Euro A 22 als auch die alternativ diskutierte „Westumfahrung Hamburgs" mit Anschluss an die A 1 bei Sittensen (A 20) wurden in der Aufstellung des Bundesverkehrswegeplans mit einem niedrigen Nutzen-Kosten Verhältnis bewertet. Für die A 20 wurde ein Wert von 2,6 ermittelt, die Küstenautobahn erreichte 1,9. In beiden Fällen entfällt ein Großteil des Nutzens auf den Transitverkehr. „Die Finanzmittelreichen heute noch nicht einmal für Projekte mit einem Nutzen-Kosten-Verhältnis über 3.“, so Mützel. Die zusätzlich erforderlichen Investitionen für einen Elbtunnel sind dabei noch gar nicht berücksichtigt, da dieser privat finanziert werden soll. „Wir gehen davon aus, dass auch diese Rechnung eines Tages beim Steuerzahler landen wird“, befürchtet Mützel.

Statt immer neue unrentable Autobahnen zu diskutieren, ist es nach Auffassung des VCD allerhöchste Eisenbahn, endlich die Verlagerung von Straßentransporten auf die umweltfreundliche Eisenbahn massiv zu forcieren. „Wir wundern uns aber auch, wie freizügig im Straßenbau Milliardenbeträge zur Verfügung stehen, während die Bürger immer tiefere Einschnitte im Gesundheits- und Sozialwesen hinnehmen müssen.“, so Mützel. Der VCD wird in den kommenden Monaten verstärkt seine Bemühungen vorantreiben, ökonomisch und ökologisch bessere Alternativen zu den A 20 und A 22-Pläne an die Entscheidungsträger zu bringen.

Rückfragen:
Martin Mützel, Tel. 0171 9335381
Michael Frömming (Pressesprecher), Tel. 0173 9330629

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