VCD: Schieflage der Verkehrspolitik

 


Pressemitteilung 16/2004 vom 22.03.2004

Zum Baubeginn des „Heidkopftunnels“:

„A 38 wird Erwartungen enttäuschen“

Göttingen/ Hannover. Der Umwelt- und Verbraucherverband Verkehrsclub Deutschland (VCD) Niedersachsen kritisiert den für Dienstag (23. April) vorgesehenen Baubeginn des „Heidkopftunnels“ der A 38 (Göttingen - Halle). Der niedersächsische VCD-Vorsitzende Martin Mützel: „Hier betoniert der Bund den Vorrang der Straße vor der Schiene“.

Der VCD bemängelt, dass sich gleichzeitig zum Neubau der „Südharzautobahn“ der Zustand der parallelen Bahnlinien immer mehr verschlechtert. Die Fahrzeit auf der Strecke von Nordhausen nach Eichenberg, ebenfalls ein „Verkehrsprojekt Deutsche Einheit“, verlängerte sich seit 1998 von 54 auf 61 Minuten. Die Bahnlinie Nordhausen - Northeim ist auch fast 15 Jahre nach der Grenzöffnung nicht durchgehend saniert. An der ehemaligen Grenze zwischen Walkenried und Ellrich dürfen die Züge nur noch Tempo 30 fahren, deshalb kann der Fahrplan nicht mehr eingehalten werden.

Nach Ansicht des VCD Niedersachsen sind mit der A 38 zu hohe Erwartungen verknüpft. Insbesondere werde die Autobahn kaum Investoren anlocken. „An leeren Gewerbegebieten mit Autobahnanschluss gibt es in Deutschland wahrlich keinen Mangel“, so Mützel. Der VCD befürchtet, dass die Autobahn zu einem erheblichen Kaufkraftabfluss aus der betroffenen Region heraus führen wird. Die Verkehrsprognosen aus der Wendezeit, mit denen die „Südharzautobahn“ begründet wurde, sind nicht eingetreten. Seit 1992 ist das insgesamt 1,4 Mrd. Euro teure Projekt nicht mehr überprüft worden.

Der Umwelt- und Verbraucherverband VCD setzt sich für eine menschen- und umweltfreundliche Verkehrspolitik und eine Verkehrsverlagerung auf die Schiene ein. Ihm gehören bundesweit 65.000 Mitglieder an.


Rückfragen: Martin Mützel, Tel.: (01 71) 9 33 53 81

 

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