Investor möchte auch
die Bahnstrecke Sulingen – Nienburg übernehmen

 


Pressemitteilung 18/2004 vom 21.04.2004

Schienenverkehr „Sulinger Kreuz“:

Hannover. Seit mittlerweile zwei Jahren gibt es Bestrebungen eines privaten Investors, die Bahnstrecken des sogenannten „Sulinger Kreuzes“ von der Deutschen Bahn zu übernehmen. Herr Manuel Almanzor strebt an mit einer noch zu gründenden Gesellschaft (Arbeitstitel „Suvitis“) den regionalen Schienenpersonenverkehr im ersten Schritt auf den Strecken Diepholz – Sulingen sowie Bassum – Sulingen zu reaktivieren. „Derzeit bemühen sich die Initiatoren, die Finanzierung sicherzustellen“, so Michael Frömming, Vorsitzender des Verkehrsclub Deutschland (VCD) in Niedersachsen.

Die Aussagen der Samtgemeinde Siedenburg, dass seitens der Suvitis kein Interesse hinsichtlich der Siedenburg tangierenden Strecke Sulingen – Nienburg vorläge und somit die Brücke über die Gleise in Harbergen entbehrlich sei, entsprechen nicht der Wahrheit: die Suvitis hat mit der Deutschen Bahn AG Verhandlungen bzgl. der Übernahme des gesamten Streckennetzes geführt. Man ist sich hier über das Gesamtnetz handelseinig geworden. Dass die Suvitis im ersten Schritt lediglich die von Sulingen nach Bassum und Diepholz ausgehenden Strecken reaktivieren möchte, ist darin bedingt, dass hier das Fahrgastpotential am größten ist. Die Strecke nach Nienburg soll vorerst in ihrer Gesamtheit gesichert und bei Bedarf im Güter- und Ausflugsverkehr genutzt werden. Eine Sicherung ist jedoch bei einer Unterbrechung in Harbergen (Damm für Brücke) nicht viel wert. „Bei der Ersetzung der Brücke durch einen Straßendamm wäre die Strecke unbrauchbar“, so Frömming weiter. Neben der mittelfristigen Zukunftssicherung des Gewerbestandortes Siedenburg und die Option auf Personenverkehr (ca. 800 Fahrgäste täglich) würde man auch touristische Möglichkeiten zum Beispiel durch Draisinenfahrten verspielen.

Auch die Aussagen der Samtgemeindevertreter, dass ein privater Investor auch das Geld für eine neue Brücke aufzubringen hätte, reagiert der VCD irritiert: „Immerhin hat die Gemeinde ebenso wie die Stadt Sulingen und die Samtgemeinde Marklohe vor fünf Jahren erhebliche finanzielle Mittel für die Sanierung der Brücke von der Deutschen Bahn AG erhalten. Der VCD ist von daher verwundert darüber, dass für die Kosten der Brücke nun der Investor aufkommen soll. „Vielmehr sollte überhaupt die Notwendigkeit einer Straßenquerung über die Bahn geprüft werden, in weniger als 960 Meter Luftlinie befindet sich eine ebenerdige Bahnquerung, dass sollte ausreichen, da die bisherige Brücke lediglich dem landwirtschaftlichen Verkehr dient. Bei einem Verzicht könnte die Gemeinde wirklich Mittel einsparen.“ Frömming appelliert an die Samtgemeinde Siedenburg die gesamte Thematik noch einmal auf die Tagesordnung zu setzen um eine mittelfristige Reaktivierung der Strecke nicht von vornherein unnötig zu erschweren.


Rückfragen:

Michael Frömming, Tel.: (01 73) 9330629

 

[zurück zur Übersicht]