VCD: A 22 - Planung bringt keine Jobs!
Pressemitteilung 32/2004 vom 12.11.2004 Pro-Initiativen nicht repräsentativ Hannover/ Cuxhaven. Der Umwelt- und Verbraucherverband Verkehrsclub Deutschland VCD, Landesverband Niedersachsen, warnt anlässlich der geplanten Unterzeichnung eines Planungsvertrages am Montag, 15. November, vor Hoffnungen auf die „Küstenautobahn“ A 22. Er weist darauf hin, dass das Projekt von Bundesverkehrsministerium als besonders unwirtschaftlich bewertet wurde. Zudem ist der Zusammenhang zwischen Fernstraßenbau und Arbeitsmarkt seit den achtziger Jahren nicht mehr nachweisbar. Das Bundesverkehrsministerium hat der A 22 bei unendlich langer Betrachtung nur einen Gewinn von 90 Cent je investierten Euro bescheinigt. In dieser Untersuchung waren die Kosten der Elbquerung nicht berücksichtigt. Für den Landabschnitt waren Kosten von 8 Mio. Euro/ km angesetzt; selbst Befürworter rechnen inzwischen mit 10 Mio. Euro/ km. VCD-Landesvorsitzender Martin Mützel: „Die Planung der A 22 bringt keinen Vorteil. Erst recht nicht, wenn sie irgendwann einmal umgesetzt werden sollte!“ Die Auswertung aktueller unabhängiger Studien zeigt, dass kein nachweisbarer empirischer Zusammenhang zwischen Straßenbau und wirtschaftlicher Entwicklung besteht. Betriebe sind demnach nur aus den Ortskernen an die Autobanabfahrt und aus ländlichen Regionen in die Ballungsräume verlagert worden. Viele Verlagerungen gingen mit Arbeitsplatzverlusten einher. Die Verkehrsanbindung ist bereits in ganz Deutschland so gut, dass sie bei der Standortwahl nur eine untergeordnete Rolle spielt. Die Initiativen Pro A 22 sind nach Ansicht des VCD nicht repräsentativ; mehrheitlich seien sie von Bauunternehmern und Spediteuren dominiert und vertreten eigene Interessen. Mützel: „Als Bauunternehmer würde ich auch für einen Milliardenauftrag auf Staatskosten kämpfen. Als Steuerzahler bin ich dagegen!“ Der VCD weist darauf hin, dass die geplante Elbquerung bei Drochtersen schon rein technisch nicht vor 2019 fertig gestellt werden könne. Nach derzeitiger Planung stehen bis mindestens 2012 keine Bundesmittel für die A 22 zur Verfügung. Die A 22 kann daher keinen Beitrag zur Lösung der heutigen Probleme leisten.
Rückfragen: Martin Mützel (VCD-Landesvorsitzender), Tel. (01 71) 9 33 53 81 Michael Frömming (VCD-Pressesprecher), Tel. (01 73) 9 33 06 29 Einen Überblick über die erwähnten Studien finden Sie z. B. hier! Weitere Infos zu Autobahnplanungen in Niedersachsen auf unserer Seite
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