VCD erwartet keinen Schienen-Kahlschlag in Niedersachsen

 


Pressemitteilung 01/2005 vom 10.01.2005

Deutsche Bahn AG will bundesweit 5.200 km Strecken stilllegen

„Bestandsnetz schon am unteren Limit“

Hannover. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ will die Deutsche Bahn AG in den kommenden Monaten mehr als 5.200 Kilometer Bahnstrecken und 20.000 Weichen bundesweit aufgeben. Für den Verkehrsclub Deutschland (VCD), der sich unter anderem für eine Verbesserung des Schienenverkehrs engagiert, ist diese Meldung ein „Offenbarungseid einer völlig fehlgeleiteten Verkehrspolitik in Deutschland“.

Der VCD-Landesverband Niedersachsen fordert die Landesregierung auf, sich für den Erhalt und Ausbau der Bahn auf Bundesebene einzusetzen. „Eigentlich gibt es in Niedersachsen schlichtweg nichts mehr stillzulegen. Die Bahnen fahren schon auf einem Rumpfnetz an den Grenzen der Belastbarkeit.“, erklärt der niedersächsische VCD-Landesvorsitzende Michael Frömming. Wichtige Investitionen in den Erhalt und Ausbau seien in den vergangenen Jahren sogar unterblieben. Als Beispiele nennt der VCD die Strecken Hildesheim – Braunschweig, Harburg – Lüneburg, Langwedel – Uelzen und Nordenham – Uelzen. „Für die kommenden Jahre benötigen wir statt der Kahlschlagpolitik eher ein umfassendes Wiederaufbau-Programm stillgelegter Bahnverbindungen!“

Nach Auffassung des VCD sollte die Politik angesichts der DB-Kahlschlagpläne die Diskussion über die Schaffung einer eigenständigen „Eisenbahn-Netz“-AG forcieren. „Ebenso wie das Straßennetz gehört das Bahnnetz zur öffentlichen Daseinsvorsorge!“, so Frömming. Zu prüfen sei ferner, ob das Land Niedersachsen sogenannte „Regionalnetze“ fördern sollte. „Das Land zahlt unter anderem der Deutschen Bahn AG Entgelte für die Trassennutzung von Personenzügen. Zu prüfen ist, ob eigene Bahnnetze mit den sicheren Trasseneinnahmen durch das Land nicht effektiver betrieben werden könnten!“

 

Rückfragen:

Michael Frömming (VCD-Pressesprecher), Tel. (01 73) 9 33 06 29

 

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