VCD: „Staatlich subventionierter Arbeitsplatzabbau!“
Pressemitteilung 02/2005 vom 15.01.2005 Ein Jahr Wesertunnel bei Dedesdorf: Alleine 70 Fährmitarbeiter verloren durch neue Straße ihren Job Hannover. Die arbeitsmarktpolitische Bilanz des Wesertunnels nach einem Jahr Bestehen fällt ernüchternd aus. „Der 365 Millionen Euro teure Wesertunnel bei Dedesdorf hat nach Angaben des Verkehrsclub Deutschland (VCD) bislang mindestens 70 Arbeitsplätze auf den Weser-Fähren gekostet. Neue Jobs seien hingegen nicht zu belegen“, erklärt Martin Mützel, VCD-Landesvorsitzender. „Das ist staatlich subventionierter Arbeitsplatzabbau!“ Zudem sei die Bedeutung des Tunnels im Voraus überschätzt worden. So sind nach Angaben des niedersächsischen Verkehrsministeriums selbst im Urlaubsverkehr nur 14.000 Fahrzeuge am Tag durch den Tunnel gefahren; mittelfristig prognostiziert waren 20.800. Der VCD hatte sich seit Beginn der Wesertunnel-Planungen aus umwelt- und verkehrspolitischen Gesichtspunkten gegen das Projekt ausgesprochen. Der Verband bemängelte, dass im Bereich Straßenbau noch immer enorme Steuergelder in Projekte fließen, ohne dass in der Gesamtbetrachtung ein gesellschaftlicher Nutzen zu erkennen sei. Tatsächlich wird bei Straßenbauten immer auf „indirekten Nutzen“ hingewiesen. Mützel: „Daran kann man glauben, muss man aber nicht!“ Gegenüber dem VCD erklärte der niedersächsische Wirtschaftsminister, der Nutzen des Wesertunnels liege im Zusammenwachsen der Arbeitsmärkte beiderseits der Weser. Weder der Minister, noch die IHK Oldenburg, konnten dem VCD auf Anfrage bisherige positive Arbeitsplatzeffekte darstellen. „Nach dem Flopp des Wesertunnels hofft man nun, mit noch mehr staatlichen Subventionen in die geplante Küstenautobahn A 22 irgendwann die neuen gewünschten Arbeitsplätze zu finden. Wenn die Pille nicht wirkt, erhöht man die Dosis, statt Diagnose und Therapie zu überdenken“, so Mützel. Der VCD wird sich weiter für eine Verlagerung von Investitionen in umweltfreundlichere Verkehrskonzepte, wie zum Beispiel den Ausbau der Bahnstrecke Nordenham – Hude und deren Verlängerung bis Blexen, einsetzen. Dort warten die Berufspendler seit Jahren auf Investitionen in eine moderne und leistungsstarke Infrastruktur.
Rückfragen: Martin Mützel, Tel. (01 71) 9 33 53 81 Michael Frömming (VCD-Pressesprecher), Tel. (01 73) 9 33 06 29
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