„Barrieren im Öffentlichen Nahverkehr abbauen!“

 


Pressemitteilung 03/2005 vom 22.01.2005

Nahverkehrsbündnis Niedersachsen mit neuem Sprecher
Hannover. Im Mittelpunkt des „Nahverkehrsbündnis Niedersachsen“ steht aktuell die Thematik „Behinderte Menschen im Öffentlichen Personennahverkehr. Zum Nahverkehrsbündnis haben sich Umwelt-, Verkehrs-, Verbraucher- und Sozialverbände auf Landesebene bereits vor zehn Jahren mit dem Ziel zusammengeschlossen, die Umsetzung eines attraktiven und innovativen Nahverkehrs gegenüber der Landesregierung und den Verkehrsunternehmen zu begleiten und zu forcieren. Neuer Sprecher ist Dr. Wolfgang Konukiewitz, der das Nahverkehrsbündnis im Beirat der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) vertritt. Konukiewitz ist Vorstandmitglied des Verkehrsclub Deutschland (VCD) in Niedersachsen.

Bernd Skoda, Beauftragter des Sozialverbandes Niedersachsen für barrierefreies Planen und Bauen, erklärte, dass es durchaus eine gute gesetzliche Grundlage für die Belange von mobilitätseingeschränkten Personen gäbe. Allerdings veranschaulichten zahlreiche Beispiele die mangelnde Umsetzung dieser gesetzlichen Vorschriften. Neben behinderten Menschen klagen auch Personen mit Kinderwagen, Kinder und alte Menschen über Probleme bei der Bahn- und Busnutzung. „Man solle mal seine Gemeinde im Geiste mit einem Kinderwagen schiebend durchstreifen, dann wird einem schon einiges auffallend“, erklärte Skoda. Auch Gernot Lucks, Landesvorstand des ADFC Niedersachsen machte deutlich, dass gerade im Schienenpersonennahverkehr die mobilitätseingeschränkten Menschen viele Probleme mit den Fahrradfahrern teilen. „Wenn die Verkehrsunternehmen diese Personengruppen stärker berücksichtigen, würden sie nicht nur mehr Kunden gewinnen, sondern auch größere Wirtschaftlichkeit durch mehr Pünktlichkeit erreichen.“ Die Mitglieder des Nahverkehrsbündnis befürchten, dass sich in den nächsten Jahren eine Schere auftun wird zwischen den weniger zur Verfügung stehenden Finanzen einerseits und der wachsenden Zahl der mobilitätseingeschränkten Menschen andererseits. Dies sei durch die demographische Entwicklung unserer Gesellschaft gegeben. „Hier müssen wir eine ganze Menge Überzeugungsarbeit leisten“, sagte Dr. Konukiewitz.

Des Weiteren befasste sich das Nahverkehrbündnis mit der Gestaltung der Tarife im Bereich des Schienenpersonennahverkehrs. „Es gibt eine ganze Menge Sondertarife für den Fernverkehr. Wenn man aber 20 km in das nächste Oberzentrum fahren will, muss man eine ganze Menge zahlen. Das lockt keinen Autofahrer in die Bahn“, sagte Manfred Terhardt vom Fahrgastverband Pro Bahn.

„Wer Probleme im Zusammenhang mit dem Schienenpersonennahverkehr sieht, kann sich gerne an uns wenden. Wir wollen sie bündeln und gezielt mit Hilfe der Bündnispartner an die Politiker und die politischen Gremien weitergeben“, unterstreicht Dr. Konukiewitz die wichtige Aufgabe des Nahverkehrsbündnisses Niedersachsen.

 

Rückfragen:

Dr. Wolfgang Konukiewitz, Tel. (0170) 5 81 94 62

 

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