Wo weichen Lkw der Mautpflicht aus?
Pressemitteilung 08/2005 vom 21.03.2005 VCD-Aktion „Maut-Flucht stoppen“ VCD startet Umfrage / Ausdehnung der Maut gefordert Hannover. Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) hat die bundesweite Aktion „Maut-Flucht stoppen“ gestartet. Der VCD-Landesverband Niedersachsen ruft alle Anwohner und Nutzer von Bundes- und Landesstraßen auf, sich an der Aktion zu beteiligen und Streckenabschnitte zu melden, auf denen der Lastwagenverkehr seit dem 1. Januar 2005 stark zugenommen hat. Im Internet hat der VCD unter www.vcd.org einen Fragebogen eingestellt, mit dessen Hilfe Betroffene ihre Beobachtungen dokumentieren und einsenden können. Die Ergebnisse der Umfrage sollen dazu beitragen, dass möglichst schnell Gegenmaßnahmen ergriffen werden. „Die Lkw-Maut ist ein sinnvolles Instrument, denn sie stellt dem Schwerlastverkehr einen Teil der Kosten in Rechnung, die er durch Straßenabnutzung und Umweltschäden verursacht. Wenn jetzt Speditionen ihre Fahrer auf Umwege über Bundes- und Landesstraßen schicken, um der kostenpflichtigen Autobahnnutzung zu entgehen, belastet das die Anwohner und untergräbt außerdem den Ansatz der Maut. Deshalb will der VCD gemeinsam mit seinen Mitgliedern und Betroffenen den Ausweichverkehr stoppen”, teilt Michael Frömming, VCD-Landesvorsitzender, mit. Bisher liegen keine ausreichenden Zahlen über Ausweichverkehr von Lastwagen vor. Von Seiten des Bundesverkehrsministeriums wird es bundesweite Daten frühestens im Herbst geben. „Das dauert uns zu lange. Wir fordern schnelle Abhilfe, wo der Ausweichverkehr auftritt“, so Frömming. Dem VCD in Niedersachsen liegen bereits viele Anwohner-Beschwerden über Mautflüchtlinge vor. Mit seiner Aktion will der Verband helfen, die kritischen Streckenabschnitte zu spezifizieren, flächendeckend zu erfassen und Maßnahmen gegen die Maut-Flucht zu beschleunigen.
Nach Ansicht des VCD muss die Lkw-Maut nicht nur für alle Straßen gelten, sondern in zwei anderen Punkten weiterentwickelt werden, damit sie zu mehr Kostenwahrheit im Verkehr sowie Verkehrsvermeidung und –verlagerung beiträgt. Erstens müsse die durchschnittliche Mauthöhe schrittweise auf mindestens 25 Cent pro Kilometer angehoben und zweitens solle die Maut auf Lkw ab 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht ausgedehnt werden. „Ansonsten droht die nächste Maut-Flucht, weg von den großen Fahrzeugen hin zu mehreren kleinen unter zwölf Tonnen. Damit würde der Nutzen der Maut für gleich wieder zunichte gemacht“, warnt Frömming.
Rückfragen: Michael Frömming, Tel. 0173 9330629
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